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Normungsroadmap Wasserstofftechnologien 2025 veröffentlicht

Nachhaltig erzeugter und genutzter Wasserstoff ist ein Schlüssel zur Klimaneutralität. Damit Deutschland den Wasserstoffhochlauf erfolgreich gestalten kann, braucht es einheitliche Normen und Standards.

von | 21.11.25

Normung soll die Grundlage für den Wasserstoffhochlauf schaffen.
Bild: pixabay/geralt

Ein entscheidender Meilenstein ist nun erreicht: Mit der zweiten Ausgabe der Normungsroadmap Wasserstofftechnologien steht nun ein konkreter Fahrplan für die Normung bereit. Das Dokument wurde am 6. November von den Projektpartnern DIN, DKE, DVGW, NWB, VDA, VDI und VDMA in einer gemeinsamen Online-Veranstaltung vorgestellt. Es entstand im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und bietet einen umfassenden Überblick über den Stand und die Entwicklung der Normung – von der Erzeugung über die Infrastruktur bis hin zur Anwendung. Denn: Normen und technische Regeln stellen die Harmonisierung der Wasserstoffprozesskette sicher – von der Elektrolyse, grenzüberschreitenden Pipelines bis hin zur kommerziellen Nutzung. Berücksichtigt wurden dabei auch übergreifende Themen wie beispielsweise Sicherheit, Weiterbildung, Werkstoffe und Nachhaltigkeit.

Expertise aus allen Sektoren

Mehr als 700 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft haben an der Roadmap mitgearbeitet. In vielen Bereichen ist das Regelwerk bereits vollständig oder nahezu ausgereift, z. B. bei der Integration der neuen Wasserstofftechnologien in die etablierten Industriebranchen. Gleichzeitig zeigt die Roadmap noch Lücken auf, etwa bei der Erzeugung, bei Speichern, in der Verflüssigung oder im Luftverkehr. So müssen beispielsweise die auf Erdgas ausgelegten Gasspeicher noch auf Wasserstoff angepasst werden, und auch im Bereich alternativer Erzeugungsarten besteht weiterhin Forschungsbedarf. Um diese und weitere Herausforderungen systematisch zu adressieren, enthält die Roadmap über 300 konkrete Handlungsempfehlungen. Seit Oktober 2023 wurden bereits 69 geförderte Normungsprojekte gestartet.

Bereit für die nächsten Schritte

Normen und technische Standards sind entscheidend für eine zukunftsfähige Wasserstoffwirtschaft in Deutschland und Europa. Sie schaffen Vertrauen, fördern Investitionen und geben allen Marktteilnehmern Orientierung. Mit der Normungsroadmap haben die Projektpartner die Voraussetzungen geschaffen, Wasserstoff aus Pilotprojekten in die breite Anwendung zu bringen.

Ergebnisse der Normungsroadmap Wasserstofftechnologien

  • Deutscher Impuls für die internationale Normung
  • Schnelle Umsetzung dank Förderung durch das BMWE
  • Vollständiger Überblick über das bestehende Technische Regelwerk im Bereich der Wasserstofftechnologien
  • Mehr als 1.000 Normen in einer öffentlich zugänglichen Datenbank
  • Identifizierung technologischer Lücken und mehr als 300 priorisierte Empfehlungen, um diese systematisch zu schließen
  • Bislang 69 geförderte Projekte

Wasserstoff als Energieträger

Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle für die Energiewende. Überschüssiger Strom, z. B. aus Wind- und Solaranlagen, kann per Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und flexibel gespeichert werden. Er findet Anwendung in Industrie, Verkehr und Wärmeversorgung – vor allem dort, wo Strom aus Erneuerbaren Energien nicht direkt eingesetzt werden kann.

Die Normungsroadmap Wasserstofftechnologien 2025, eine Management Summary sowie weitere Informationen stehen auf der Projektwebsite zum Download bereit.

Über das Projekt

Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative des Deutschen Instituts für Normung e. V. (DIN), des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE), des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V., des Vereins für die Normung und Weiterentwicklung des Bahnwesens e. V. (NWB), des Verbands der Automobilindustrie (VDA), des Vereins Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) sowie des VDMA e. V. – Europas größter Verband des Maschinen- und Anlagenbaus. Es wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

(Quelle: DVGW)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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