Klassische Entwässerungssysteme stoßen angesichts zunehmender Extremwetterereignisse an ihre Grenzen. Gefragt sind laut OOWV neue Wege im Umgang mit Wasser – als begrenzte Ressource und zugleich als zentrales Gestaltungselement klimaresilienter Stadtquartiere.
Daran arbeitet der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband gemeinsam mit der Stadt Oldenburg, der EWE NETZ GmbH, der Leibniz Universität Hannover und weiteren Partnern im Forschungsprojekt „aqua3“, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird. Ziel ist es, am Beispiel Oldenburg Strategien für eine wasserbewusste Stadtentwicklung zu entwerfen.
„Wie können wir Regenwasser als Ressource anders bewirtschaften und so Klimafolgen abmildern – das ist die zentrale Fragestellung des Projektes“, erklärt OOWV-Klimaanpassungsmanagerin Julia Oberdörffer.
Unterschiedliche Forschungsansätze im Fokus
Geprüft werden vielfältige Ansätze – vom Boden als natürlichem Speicherraum für Niederschlagswasser über die Anreicherung des Grundwassers bis hin zur Kühlung urbaner Hitzeinseln durch Verdunstung. Auch die Einrichtung von Speichersystemen zur Regenwassernutzung wird untersucht.
„Gerade für die Stadt Oldenburg mit kontinuierlich steigenden Wasserbedarfen ist es wichtig, Trinkwasser nur für Trinkwasserzwecke einzusetzen und neue Lösungen in den Blick zu nehmen“, sagt Holger Oeltjebruns, Entwicklungsleiter Wasser bei der EWE NETZ GmbH.
Bis Anfang 2028 soll im Pilotgebiet Ofenerdiek/Alexandersfeld ein integriertes Konzept für ein nachhaltiges Regenwassermanagement entstehen. Dabei fließen die Aspekte der Trinkwasserversorgung, der Stadtplanung und der Klimaanpassung zusammen.
Herausforderungen gemeinsam angehen
„Die Herausforderungen sind vielfältig. Wir brauchen Lösungen zum Umgang mit Starkregen, Regenwassernutzung, Hitzevorsorge durch Verdunstung, oder auch Grundwasserneubildung“, betont Robert Sprenger, Leiter des Amtes für Umweltschutz und Bauordnung bei der Stadt Oldenburg.
„Diese Herausforderung angesichts des Klimawandels“ seien für einen Akteur alleine nicht zu stemmen. „Tragfähige Lösungen“ könne man nur gemeinsam finden und realisieren, wie Spengler ergänzt.
Ein wichtiger Baustein des Projekts ist die Entwicklung einer Versickerungspotenzialkarte für das Pilotgebiet. Sie zeigt, wo trotz hoher Grundwasserstände Möglichkeiten zur Versickerung bestehen. Die Karte wird in einem Beteiligungsprozess gemeinsam mit Bürgerinnen, Bürgern und Fachleuten weiterentwickelt. Zusammen mit weiteren Daten – etwa zur Starkregengefahr oder zur Regenwasserernte – bildet sie die Basis für ein zukunftsfähiges Wasserkonzept für Oldenburg.
Weitere Informationen(Quelle: OOWV)









