Der Ruhrverband hat am 14. September 2026 eine Bilanz zum Sommer 2026 im Einzugsgebiet der Ruhr vorgelegt. Dieser Sommer war in der Region der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die mittlere Temperatur der Monate Juni, Juli und August lag bei 18,5 Grad Celsius und damit um 2,0 Grad über dem langjährigen Mittel. Wärmer war seit 1881 nur der Sommer 2003 mit 18,7 Grad Celsius. Bereits der Juni 2026 war mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,4 Grad Celsius 3,1 Grad wärmer als im langjährigen Mittel und der zweitwärmste Juni seit 1881.
Die Talsperren im Sauerland mussten dadurch mehr Wasser abgegeben, als ihnen zugeflossen ist. In Villigst bestand an 80 von 92 Tagen Zuschusspflicht, an der Mündung an 63 Tagen. Damit lag die Anzahl der Zuschusstage an der Mündung um 80 Prozent über dem Durchschnitt der Sommer der Jahre 1991 bis 2025.
Juli bringt größtes Niederschlagsdefizit seit 100 Jahren
Die Niederschlagsmenge im Sommer 2026 wich deutlich vom langjährigen Mittel ab. Juni und August fielen leicht zu trocken aus. Im Juli fiel das Defizit mit nur 23 Millimetern Niederschlag deutlich höher aus: minus 76 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel. Damit war der Juli 2026 der trockenste Juli seit 100 Jahren.
Insgesamt fielen im Sommer 2026 im Einzugsgebiet der Ruhr 177 Millimeter Niederschlag. Das entspricht 100 Millimeter beziehungsweise 36 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Seit 1927 gab es erst elf Sommer mit einem geringeren Niederschlag, zuletzt 2022 mit 120 Millimetern. Mit Ausnahme der Monate Februar und Mai verzeichneten alle bisherigen Monate des Jahres 2026 Niederschlagsdefizite.
Bereits im August hatte der Ruhrverband auf Basis vorläufiger Zahlen über die extreme Trockenheit im Juli berichtet. Die nun vorliegende Sommerbilanz bestätigt und ergänzt diese Angaben.
Neue Grenzwerte ermöglichen Wasserrückhalt in Talsperren
Seit Dezember 2024 gelten novellierte Grenzwerte für die Mindestabflüsse in der Ruhr. Sie sind seit mehr als einem Jahr in Kraft. Aufgrund dieser verringerten Grenzwerte konnte der Ruhrverband insbesondere im Juli und August pro Tag bis zu 259.200 Kubikmeter Wasser in den Talsperren im Sauerland zurückhalten.
Die seit Juli 2026 eingesparte Wassermenge beträgt knapp 16 Millionen Kubikmeter. Das entspricht der Hälfte des Fassungsvermögens der Versetalsperre. Trotz dieser Einsparung mussten die Talsperren im Sommer 2026 einen Großteil des Ruhrabflusses zusteuern.
Füllstände sinken unter langjähriges Mittel
Die Füllstände der Talsperren im Einzugsgebiet der Ruhr sanken zwischen Anfang Juni und Ende August 2026 auf 74,2 Prozent. Das liegt etwas unter dem langjährigen Mittel. Der Gesamtstauinhalt des Talsperrensystems betrug zu diesem Zeitpunkt 350,4 Millionen Kubikmeter Wasser.
Der Ruhrverband ist Träger der Wasserwirtschaft im gesamten Flussgebiet der Ruhr. Zu seinen Aufgaben zählt der Betrieb eines Systems von Talsperren zur Bewirtschaftung der Wassermengen sowie eines Netzwerks von Abwasserbehandlungsanlagen für 60 Kommunen.






