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Vorschläge für einen beschleunigten Wasserstoff-Hochlauf

Nicht nur für das Erreichen der Klimaziele, sondern auch, um unabhängig von russischen Gasimporten zu werden, ist ein schneller und erfolgreicher Hochlauf von Wasserstoff unverzichtbar. Mit Blick auf die Überarbeitung der Nationalen Wasserstoffstrategie, das angekündigte „Sommerpaket“ der Bundesregierung sowie die aktuellen europäischen Gesetzgebungsprozesse schlägt der BDEW daher 14 konkrete Maßnahmen vor, um Start in eine […]

von | 24.05.22

Nicht nur für das Erreichen der Klimaziele, sondern auch, um unabhängig von russischen Gasimporten zu werden, ist ein schneller und erfolgreicher Hochlauf von Wasserstoff unverzichtbar. Mit Blick auf die Überarbeitung der Nationalen Wasserstoffstrategie, das angekündigte „Sommerpaket“ der Bundesregierung sowie die aktuellen europäischen Gesetzgebungsprozesse schlägt der BDEW daher 14 konkrete Maßnahmen vor, um Start in eine Wasserstoffwirtschaft zu beschleunigen. Die Maßnahmen tragen aus Sicht des BDEW dazu bei, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre tatsächlich Wasserstoff verfügbar gemacht werden kann.

Forderung nach einem “Wasserstoffhochlaufgesetz”

„Sowohl für die Sicherstellung der Versorgungssicherheit als auch für die Erreichung der angehobenen Klimaziele ist jetzt ein mutiger Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft nötig. Eine künstliche Verknappung realisierbarer Wasserstoffmengen durch zu rigide Vorgaben ist für das Erreichen beider Ziele und auch mit Blick auf die Entwicklung marktfähiger Preise nicht sinnvoll“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Es komme nun darauf an, eine Dynamik in Gang zu setzen, die die Transformation der Gaswirtschaft beschleunigt und den schnellen Hochlauf eines wettbewerblichen Wasserstoffmarktes in Deutschland und Europa ermöglicht: „Um den Wasserstoffhochlauf zu einem Erfolg zu machen, brauchen wir dringend bessere Rahmenbedingungen und eine intensivere Förderung für die Wasserstofferzeugung sowie den Aus- und Umbau der notwendigen Infrastruktur. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen vereinfacht, Hemmnisse für die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien abgebaut werden. Für die Etablierung von Wasserstoff als Energieträger sollte zudem immer die Nutzung in allen Sektoren im Blick behalten und der Aufbau von Importquellen außerhalb der Europäische Union unterstützt werden.“

Die im BDEW-Papier beschriebenen Maßnahmen setzen an verschiedenen Stellen der bestehenden Gesetzgebung an. Aus Sicht des BDEW ist es daher sinnvoll, die notwendigen Änderungen der einzelnen Gesetze in einem „Wasserstoffhochlaufgesetz“ zusammenzufassen, um die verschiedenen Herausforderungen gebündelt und aufeinander abgestimmt anzugehen. Zur Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen sollten zudem Zwischenziele gesetzt werden, verbunden mit der Verpflichtung einer Überprüfung und bei Bedarf einer Anpassung der gesetzlichen Regelungen.

 

Die BDEW-Forderungen im Überblick

Förderung von Erzeugung und Nachfrage verstärken

(1) Erzeugung und Nachfrage nach Wasserstoff durch ein wettbewerblich angelegtes Förderkonzept finanziell unterstützen

 

Klare und verlässliche Rahmenbedingungen für die Wasserstofferzeugung schaffen

(2) Europäisch zügig praxisgerechte Definitionen von Wasserstoff festschreiben

(3) Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen

(4) Erzeugung aus Offshore-Windenergie in Kombination mit Wasserstofferzeugung stärken

 

Die Nachfrage nach Wasserstoff anreizen

(5) H2-Readiness in der Strom- und Wärmeerzeugung definieren und H2-Ready-Gaskraftwerke als Garant für Versorgungssicherheit (Strom/Wärme) etablieren

(6) Zeitnah H2-Readiness und Nutzung von Wasserstoff förderseitig im KWKG verankern

(7) Gebäudeenergiegesetz: Wasserstoff als Energieträger aufnehmen auf das EE-Ziel anrechnen lassen

 

Infrastruktur für Wasserstoff in Deutschland und in Europa aufbauen

(8) Das EU-Wasserstoff- und Gasmarkt-Dekarbonisierungspaket nutzen, um die Transformation der Gasinfrastruktur als Basis für Wasserstoffinfrastruktur zu ermöglichen

(9) Ertüchtigung der Gasinfrastruktur für Wasserstoff ab sofort ermöglichen

(10) Investitionssicherheit für Infrastrukturbetreiber und -kunden stärken

(11) Verpflichtung zur Kooperation von Wasserstoffnetzbetreibern untereinander gesetzlich verankern

(12) Entwicklung und angemessenen Vergütung von unterirdischen Wasserstoffspeicherkapazitäten gewährleisten

 

Aufbau von Importwegen- und quellen außerhalb der Europäische Union unterstützen

(13) Die Finanzierung von Importprojekten flankieren

(14) Importinfrastrukturen für Lieferungen aus außereuropäischen Ländern aufbauen

 

Das vollständige BDEW-Papier „14 Maßnahmen für einen schnellen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft“ finden Sie hier.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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