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Wasserstoff und Biomethan sind wesentliche Bausteine des Energiesystems

Wasserstoff und Biomethan sind unverzichtbar für das Gelingen der Energiewende. Ihr enormes Potenzial ist ein starker Hebel, um die Energieversorgung in Deutschland nicht nur zu diversifizieren, sondern gleichzeitig auch klimaneutral und zukunftsfähig zu gestalten.

von | 04.05.26

DVGW-Präsident Höhler (Mitte) und Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Gerald Linke (rechts) begrüßen den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger auf der Spotlight Area im Rahmen der IFAT Munich 2026
© DVGW / Franz Josef

„Die Energiekosten weltweit laufen aus dem Ruder. Deutschland als Industrienation und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt hat einen enormen Energiebedarf. Dieser kann nur gedeckt werden, wenn erneuerbare Gase – ob lokal erzeugt oder importiert – wesentliche Bausteine des Energiesystems von morgen sein werden“, sagt Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. bei der Eröffnung der Spotlight Area Wasserstoff auf der IFAT in München. „Zur Wahrheit gehört aber auch, die Förderung heimischer Energieressourcen zu intensivieren, also den Ausbau der konventionellen Erdgasförderung voranzutreiben. Erdgas ist die Brücke in die Wasserstoffzukunft. Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz sind das Gebot der Stunde, um Wirtschaft und Verbraucher zu entlasten und Deutschland zukunftssicher aufzustellen.“

Auf der IFAT in München nimmt Wasserstoff auch in diesem Jahr einen wichtigen Platz im Ausstellerprogramm ein.

„Die IFAT ist weit mehr als die Leitmesse für Kreislaufwirtschaft. Sie ist zu einem weltweit beachteten Schaufenster für Zukunftstechnologien geworden. Dass Wasserstoff hier seinen festen Platz gefunden hat, freut uns in Bayern besonders. Seit 2020 gehen wir mit unserer Wasserstoffstrategie voran, haben wegweisende Projekte bei Produktion, Anwendung und Infrastruktur auf den Weg gebracht und ein starkes Netzwerk aus Forschung und Wissensträgern vor Ort. Partnerschaften weit über Bayern hinaus sind für uns wichtig, wie mit dem DVGW als zentraler Setzer von Regeln, Standards und Forschungsimpulsen für den Wasserstoffmarkt in Deutschland und europaweit“, so Hubert Aiwanger, bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie bei der Eröffnung der Spotlight Area Wasserstoff.

Konkrete Anwendungen für den Zukunftsenergieträger zeigt die Spotlight Area Wasserstoff (Halle A4, Stand 117, Messe München) auch am Beispiel von Best-Practice-Projekten. So veranschaulicht der Energiepark Bad Lauchstädt anhand eines Lego-Modells die Verknüpfung von Erneuerbaren Energien und der Erzeugung von Wasserstoff. Ein weiterer Aussteller ist die Technologieregion Wasserstoff Augsburg. Darüber hinaus informiert der DVGW über das Potenzial von Biogas bzw. Biomethan. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass sich rein rechnerisch mit der aktuellen Biogasproduktion (108 TWh/a) allein 13 % des Gasbedarfs in Deutschland decken ließen. Prognosen gehen für das Jahr 2045 sogar von einem Biomethanpotenzial von bis zu 200 TWh/a aus.

(Quelle: DVGW)

Veranstaltungshinweis: 17. Symposium Pipelinetechnik

Das Symposium Pipelinetechnik von 3R und TÜV Rheinland steht seit Jahren für fachlichen Tiefgang, Erfahrungsaustausch und erstklassige Branchennetzwerke. Auch in diesem Jahr überzeugt die Veranstaltung mit einem aktuellen Programm für Fachkräfte aus der Pipelinetechnik, der Öl- und Gasversorgung sowie dem Anlagenbau. Wer technische Entwicklungen, regulatorische Trends, praxisnahe Lösungsansätze und juristische Einordnung aus erster Hand kennenlernen möchte, findet hier die passende Plattform.

Das 17. Symposium findet statt am 18. Juni 2026 im zentral gelegenen RuhrCongress Bochum. Passend zum Thema H2-Hochlauf referiert dort u.a. Dr. Gundula Stadie (OMV AG, Wien) über das Thema “Neubau eines Elektrolyseurs und einer Wasserstoffpipeline in Österreich”: Zur Dekarbonisierung der eigenen Wasserstoffproduktion der OMV wurde im Mai 2025 die finale Investment-Entscheidung zum Bau eines 140 MW-Elektrolyseurs getroffen. Dieser soll in Bruck an der Leitha gebaut werden und mit einer Pipeline mit der Raffinerie verbunden werden. Diese Wasserstoff-Pipeline wird die erste sein, die gemäß der ÖVGW Richtlinie HE 200 gebaut wird. Als Route konnte auf die bestehende Planung einer Rohöl-Leitung von Bratislava nach Wien zurückgegriffen werden. Es werden in diesem Vortrag die Herausforderungen in Bezug auf die Nutzung der bestehenden Trasse, Planung etc. vorgestellt.

“Leckortung mittels vollautomatischer Drohne unter Einhaltung der EU-Methanverordnung” lautet das Vortragsthema von Dr. Jakob Stumme, EMPIT GmbH, Hamburg. Die EU-Methanrichtlinie fordert von Pipeline-Betreibern die intervallhafte Prüfung aller Gasinfrastruktur auf Methanemissionen. EMPITs METHASCAN ermöglicht eine effiziente Durchführung der Methanemissionsmessung und Leckageortung luftgestützt mittels SAIL-III zertifizierter Drohne. Die Drohne operiert BVLOS mit einer Reichweite von 150 km pro Akkuladung, wobei die Zertifizierung auch die Inspektion in besiedelten Gebieten zulässt. Dies bietet eine kostengünstigere Alternative zu Helikopterübefliegungen und ermöglicht den Zugang zu Gebieten, die für fahrzeuggeführte oder personengetragene Messverfahren unzugänglich sind.

Über die “Digitalisierung der Instandhaltung bei einem Betreiber kritischer Infrastruktur: Implementierung eines LDAR-Managementsystems zur Erfüllung der EU-Methanverordnung” referiert zudem Steve Thomßen, GEOMAGIC GmbH, Leipzig: Die EU-Methanverordnung stellt Netzbetreiber vor neue Herausforderungen in der Überwachung, Dokumentation und Reparatur von Leckagen (Leak Detection and Repair – LDAR). Um diesen gesetzlichen Anforderungen proaktiv zu begegnen und gleichzeitig die Effizienz der Instandhaltungsprozesse zu steigern, hat ein großer Fernleitungsnetzbetreiber ein strategisches Digitalisierungsprojekt initiiert. Dieser Vortrag präsentiert die Konzeption und die ersten Phasen der Einführung einer zentralen Softwarelösung für Instandhaltungsaufgaben. Im Fokus steht die erste fachliche Implementierung: ein digitales LDAR-Programm. Es werden die Kernanforderungen an das System erläutert, insbesondere die lückenlose Dokumentation von Messergebnissen und die Steuerung der nachgelagerten Aufgabenprozesse. Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der Strategie zur Datenintegration, die eine Anbindung an bestehende Systeme vorsieht, um eine konsistente Datenbasis zu schaffen und Redundanzen zu vermeiden.

Das vollständige Programm des 17. Symposium Pipelinetechnik, das auch eine begleitende Fachausstellung präsentiert, finden Sie hier.
Direkt zur Anmeldung gelangen Sie hier.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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