Generic filters
FS Logoi

Zukunftsinitiative Klima.Werk: Kommunen unterzeichnen Positionspapier

Kommunen in der Zukunftsinitiative Klima.Werk wollen sich dafür einsetzen, bestehende und neue Gewerbeflächen in der Industrieregion zwischen Emscher, Lippe und Ruhr nach Standards für die Klimaanpassung zu entwickeln.

von | 22.10.25

Gemeinsames Engagement: Dezernenten und Vertreter aus Kommunen der Zukunftsinitiative Klima.Werk mit den Vorständen von Emschergenossenschaft/Lippeverband: Prof. Dr. Uli Paetzel, Liana Weissmüller (Mitte rechts neben dem Banner) und Dr. Frank Obenaus (3.v.re.)
Copyright: Jannis Reichard/EGLV

„Stellschrauben“ für die Umsetzung der Klimaanpassung in bestehenden und neuen Gewerbeflächen, die von Emschergenossenschaft und Lippeverband unterstützt wird, seien „B-Pläne, Kaufverträge oder Gestaltungssatzungen“.

Um Hitzebelastung auch in Gewerbegebieten zu mildern, sollen zwischen Industrie- oder Lagerhallen, Werkstätten und Bürogebäuden schattenspendende Bäume oder begrünte Fassaden entstehen. Um das Risiko von Überflutungen durch Starkregen zu reduzieren, sollte es auch in Gewerbegebieten Retentionsflächen und Möglichkeiten zur Versickerung von Niederschlag geben, so der Verband.

„Wir müssen das große Potenzial zum klimaresilienten Umbau nutzen, das in den Gewerbeflächen in der Region steckt”, sagt Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft/Lippeverband. „Am Umbau von öffentlichen und privaten Infrastrukturen führt kein Weg vorbei. Wir unterstützen Unternehmen dabei, Maßnahmen auf ihrem Firmengelände umzusetzen und so auch teure Schäden zu vermeiden. Die Standards für klimaresiliente Gewerbegebiete liefern die Grundlage“, so Paetzel weiter.

Gesunde Arbeitsstandorte schaffen, Flächenversiegelung verringern

Auf diese „Standards für klimaresiliente Gewerbeflächen in der Region“ für den Bestand und die Neu- und Umplanung haben sich Kommunen im Klima.Werk verständigt. Die zuständigen Dezernenten aus den Rathäusern haben ein Positionspapier dazu unterzeichnet.

„Die starke Flächenversiegelung in unserer Region verschärft die Folgen des fortgeschrittenen Klimawandels: Starkregen hat keinen Platz zu versickern und Hitzeperioden wirken sich negativer aus, weil sich bebauter und versiegelter Raum aufheizt“, so Klaus Müller, Technischer Beigeordneter der Stadt Bottrop. „Die Neuversiegelung von Flächen, auch in Gewerbegebieten, müssen wir daher so gering wie möglich halten.“

„Vorrang von Flächenrecycling“

Flächenrecycling hat den neuen Standards zufolge Vorrang vor Neuversiegelung. Kommunen im Klima.Werk streben zudem einen von Anfang an planvollen Umgang mit Niederschlagswasser bei der Planung neuer Gewerbegebiete an. Eine „eine natur- und ortsnahe Regenwasserbewirtschaftung“ ist ein Beispiel dafür. Bei der fließt das anfallende Regenwasser nicht in die Kanalisation, sondern kann versickern, verdunsten oder wird in ein natürliches Gewässer abgeleitet. In bestehenden Gebieten wollen die Partnerkommunen die nachträgliche Abkopplung von Regenwasser von der Kanalisation fördern. Ein weiterer Standard: Gewerbegebiete sollen durchgrünt werden. Die Voraussetzungen dafür (auch an Gebäuden) sollen geplant und geschaffen werden.

Schwerpunkte praktischer Umsetzung

Die Realisierung der neuen Standards soll bei folgenden Aspekte berücksichtigt werden:

  • bei der Änderung und Aufstellung von Bauleitplänen (z.B. durch die Festsetzung hochwertiger Begrünungsanteile auf den Flächen)
  • in der Regelung städtebaulicher Verträge
  • in der Ausgestaltung von Grundstückskaufverträgen
  • bei Gesprächen zur Ansiedlung neuer gewerblicher Nutzungen
  • in der Aufstellung von Gewerbegebiets-Gestaltungssatzungen
  • durch das Schaffen und Nutzen von Förderanreizen für die klimaresiliente Fachberatung für Unternehmen
  • durch die Kommunikation monetärer Vorteile einer klimaresilienten Gestaltung

 

Das „Positionspapier klimaresiliente Gewerbegebiete“ gilt den unterzeichnenden Kommunen im Klima.Werk als Bekenntnis, dieses Thema in den Fokus zu nehmen, und dies über gesetzliche Vorgaben hinaus. Das Netzwerk wirbt zudem bei weiteren Kommunen um die Unterzeichnung des Papiers: Das Engagement für Klimaanpassung bei Gewerbeflächen soll Kreise ziehen.

Weitere Infos unter: www.klima-werk.de

(Quelle: Emschergenossenschaft und Lippeverband)

 


 

Lesen Sie auch:

Klimaanpassung: Hamm auf dem Weg zur Schwammstadt

DWA-Umfrage: Deutschland überzeugt von Schwammstadt

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Wirtschaftsfaktor Wasserstoff: Landkreis Emsland ist Vorreiter
Wirtschaftsfaktor Wasserstoff: Landkreis Emsland ist Vorreiter

Der Landkreis Emsland hat seine Zukunft fest im Blick: Gemeinsam mit dem Gasnetzbetreiber Open Grid Europe GmbH (OGE) plante und finalisierte der Landkreis Emsland die regionale Anbindung an die Wasserstofftransportleitung Nordsee-Ruhr-Link III von OGE. Er stellt somit die Anbindung der Region an die zukünftige bundesweite Wasserstofftransportinfrastruktur sicher.

mehr lesen
INES empfiehlt Einrichtung einer strategischen Resilienzreserve
INES empfiehlt Einrichtung einer strategischen Resilienzreserve

Niedrige Speicherfüllstände zu Winterbeginn und neue geopolitische Risiken haben die Verwundbarkeit des deutschen Gassystems offengelegt. Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) spricht sich daher bei der Einrichtung einer strategischen Resilienzreserve für ein Volumen von 78 TWh aus. Ein solches Reservevolumen würde die Versorgungssicherheit nachhaltig stärken, ohne die Marktmechanismen außer Kraft zu setzen.

mehr lesen
Brugg Pipes liefert Spezialrohre für die Luft- und Raumfahrt
Brugg Pipes liefert Spezialrohre für die Luft- und Raumfahrt

Brugg Pipes hat für ein europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen zwei vakuumisolierte Kryo-Rohrleitungen für eine Testinfrastruktur neuartiger Antriebssysteme geliefert. Das Projekt unterstreicht die langjährige Kompetenz des Unternehmens in hochanspruchsvollen Industrie- und Kryoanwendungen.

mehr lesen
Erster Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff 2025
Erster Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff 2025

Die Koordinierungsstelle für die integrierte Netzentwicklungsplanung Gas und Wasserstoff (KO.NEP) legt heute den ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) Gas und Wasserstoff 2025 zur Konsultation vor. Die Planung der Methan- und Wasserstoffinfrastrukturen erfolgte in einem integrierten Prozess, wie ihn das novellierte Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) von 2024 vorsieht.

mehr lesen

Publikationen zum Thema

Unterirdische Versickerungsanlage in Kita: Spielflächen statt Sickermulden für Regenwasser

Unterirdische Versickerungsanlage in Kita: Spielflächen statt Sickermulden für Regenwasser

Autor: Von Klaus W. König
Themenbereich: Rohrleitungstechnik

Für die Versickerung des Regenwassers sind bewachsene Mulden die erste Wahl. Der Reinigungseffekt durch den darunter liegenden Oberboden ist ausreichend, wenn der Niederschlag unbelastet ist. Die Ausführungskosten sind moderat, eine Erlaubnis der ...

Zum Produkt

Starkregen – so stellt sich der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung in Lünen auf

Starkregen – so stellt sich der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung in Lünen auf

Autor: Von Daniela Fiege
Themenbereich: Rohrleitungstechnik

Die Klimaveränderungen, die wir gerade in Form von Hitzeperioden erleben, führen zunehmend auch zu lokal auftretenden Starkregenereignissen. Diese Ereignisse treten oftmals ohne nennenswerte Vorwarnzeiten auf. Auch der Ort, wo sich das Regenereignis ...

Zum Produkt

Starkregen und dessen Schadensreduzierung durch zusätzliche grabenlose Leitungen

Starkregen und dessen Schadensreduzierung durch zusätzliche grabenlose Leitungen

Autor: Von Hans-Joachim Bayer
Themenbereich: Rohrleitungstechnik

Sogenannte Jahrhundert-Niederschlagsereignisse werden immer häufiger, die Abstände dazwischen immer kürzer und die daraus resultierenden Schadensereignisse immer größer. Abflusssysteme können die in kürzester Zeit auftretenden Regenwassermassen ...

Zum Produkt