Das Symposium Pipelinetechnik und der Praxistag Korrosionsschutz fanden auch dieses Jahr wieder an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. Den Auftakt am 13.06.2023 machte das 14. Symposium Pipelinetechnik.
Save the date!
Achtung! Für 2024 stehen die Termine für das Tandem fest! Bitte merken Sie sich folgende Daten vor:
08.10.2024: 15. Symposium Pipelinetechnik
09.10.2024: 18. Praxistag Korrosionsschutz
PROGRAMM
Die neue Deutschlandgeschwindigkeit: Planung, Bau und Inbetriebnahme der Wilhelmshaven Anbindungsleitung WAL
Nach dem Überfall von Russland auf die Ukraine am 24.02.2022 hatten sich auch die jahrzehntelang beständigen und zuverlässigen Grundlagen der Energieversorgung Deutschlands und Europas geändert. Dies galt vor allem für die Versorgungssicherheit mit Erdgas.
Ein seit Jahrzehnten diskutiertest und teilweise projektiertes Vorhaben in Wilhelmshaven wurde kurzfristig durch Entscheidungen der Bundesregierung zum Leben erweckt. Wie ist es der OGE gelungen dieses Projekt einer 26 km langen Anschlussleitung inkl. zweier Gas-Druck-Regel-Messanlagen in nur zehn Monaten zu planen, zu bauen und termingerecht in Betrieb zu nehmen.
Neben den technischen Anforderungen und den Rahmendaten werden die terminlichen, geographischen und genehmigungsrechtlichen Herausforderungen beleuchtet. Neue Wege in der Zusammenarbeit mit der Politik, der Verwaltung, den direkt Betroffenen sowie den sonstigen Beteiligten und Interessenverbänden werden erläutert. Unternehmensinterne Organisationsmaßnahmen sowie die Erläuterung der Beschleunigungsmaßnahmen in dem bestehenden Rechtsrahmen, die dazu führten die „Neue Deutschlandgeschwindigkeit“ zu erreichen.
Beschleunigte Baugrunderkundung und Kampfmittelsondierung mittels Drohnen
Mit einem innovativen Drohnen-System für die Untergrundanalyse kann ASDRO die aufwendige und zeitintensive Erkundung des Untergrundes höchsteffizient und zerstörungsfrei anbieten. Auf nicht zugänglichen oder bestellten Flächen, kann das System Kampfmittel, Leitungen, Altbebauung und archäologische Strukturen vollflächig identifizieren und so für Planungssicherheit im Bauprozess sorgen. Die mehrjährigen, positiven Erfahrungen aus dem Einsatz in der Praxis werden im Vortrag vorgestellt.
Digitalisierung der Leitungsüberwachung mit Drohnen und GeoAI
Betreiber von Ferngasleitungen sind verpflichtet, ihr in der Erde verlegtes Leitungsnetz regelmäßig bzgl. möglicher Gefährdungen durch Dritte zu überwachen. Insbesondere sind unkontrollierte Bautätigkeiten in unmittelbarer Nähe der Pipeline, aber auch Material-Lager auf der Leitung zu verhindern. Bisher wird dies durch regelmäßige Beobachtungen aus der Luft von einem speziell ausgebildeten Co-Piloten in einem Helikopter kontrolliert. Helikopter, die meist in geringen Höhen fliegen, werden aufgrund ihrer Abgas- und Lärmemissionen zunehmend als Belästigung für Mensch und Umwelt empfunden. Dies soll künftig auch durch den Einsatz von unbemannten, mit Kameras ausgestatteten, Fluggeräten (Drohnen) deutlich reduziert werden.
In einem von Thyssengas und OGE gemeinschaftlich betriebenen Entwicklungsprojekt wurden Drohnensysteme hinsichtlich ihrer Flugleistung, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit getestet, unterschiedliche Sensoren evaluiert, sowie eine KI-gestützte Bildanalyse mit nachgeschalteten Geo-Analysen realisiert.
Auf dieser Basis ist ein end-to-end Service entstanden, der einen skalierbaren Pipeline-Überwachungsprozess ermöglicht und dahin entwickelt wird, die hohen Sicherheitsanforderungen der Überwachung von Gasleitungen zu erfüllen. Darüber hinaus kann der Service auf Anforderungen von Betreibern anderer linearer Infrastrukturen angepasst werden.
OT Security und mögliche Angriffsvektoren
Industrieanlagen enthalten immer mehr vernetzte Komponenten. Damit verbunden sind verschiedene Vorteile, unter anderem die Verfügbarkeit von aktuellen Produktionsdaten, die als Input für z.B. weitere Analysen genutzt werden können. Sie unterstützen schnelle sowie zielgerichtete Geschäftsentscheidungen. Bei all den „neuen“ Möglichkeiten darf aber die Absicherung der Daten nicht vergessen werden. Ansonsten kehren sich die Vorteile schnell zu Nachteilen, ja sogar zum Alptraum um.
Zahlreiche Umfragen und Studien weltweit zeigen, dass Cybersecurity ein ernst zu nehmendes Unternehmensrisiko darstellt. Das Weltwirtschaftsforum hat in einem Report bzgl. der Auswirkungen der COVID-19 Risiken festgestellt, dass das Unternehmensrisiko Cybersecurity deutlich vor einem erneuten globalen Ausbrechen der COVID-19 Pandemie rangiert.
Insofern ist es entscheidend Cybersecurity Bedrohungen im Umfeld der Operational Technology (OT) zu beachten und Standards zur Erreichung eines angemessenen Security Levels zu kennen. Bereits in der Praxis erprobte Lösungsansätze in diesem Bereich runden den Vortrag ab.
Umstellung bestehender Gastransportleitungen auf Wasserstoff bei reduzierter Datenlage
„Flow – making hydrogen happen“ - Großprojekt für die europäische Wasserstoffwirtschaft
Mit dem Projekt Flow – making hydrogen happen wird ab 2025 ein leistungsstarkes Pipelinesystem für grünen Wasserstoff geschaffen. Dabei soll bestehende Infrastruktur genutzt werden, um wichtige Regionen in Europa zügig für den Wasserstoffhochlauf zu erschließen. Flow – making hydrogen happen verbindet dabei das dänische "Energy-Island" Bornholm mit Tschechien. Weitere Umstellungen Richtung Südwesten ermöglichen zudem eine Anbindung von Frankreich und Österreich. Davon profitieren auch deutsche Regionen wie das Chemiedreieck Halle/Leipzig und der Rhein-Main-Neckar-Raum.
Mit einer Länge von über 1.100 km und einer Einspeisekapazität von bis zu 20 GW im Endausbau, verfügt das Projekt bereits zum Start über eine große Dimension. Die Anbindung an internationale Importrouten, Wasserstoffspeicher sowie weitere Großprojekte im Bereich Wasserstofftransport schafft zusätzliche Versorgungssicherheit. So gestaltet Flow – making hydrogen happen den europäischen Wasserstoffhochlauf maßgeblich mit.
Umstellung von Erdgasleitungen auf Wasserstoff
Dieser Vortrag setzt sich mit den Herausforderungen auseinander, mit denen sich Betreiber von Erdgastransportleitung konfrontiert sehen, wenn bestehende Infrastruktur von Erdgas auf Wasserstoff umgestellt werden soll. Ausgehend mit einem kurzen Überblick über die gesetzlichen Grundlagen, welche derartigen Vorhaben zu Grunde liegen, wird eine mögliche Vorgehensweise beschrieben, H2-Umstellungsprojekte abzuwickeln.
Abschließend wird an einem konkreten H2-Umstellungsprojekt der ONTRAS Gastransport GmbH dargestellt, welche Schritte in der Projektabwicklung notwendig sind, um die angestrebten Projektziele zu erreichen. Der Schwerpunkt bildet hier die Bewertung der Infrastruktur, die aus der Bewertung resultierenden Maßnahmen und deren Umsetzung.
Projekte und Technik zur Gestaltung der Energiewende
Wintershall DEA sieht die Energiewende als Chance, die Klimaziele in Einklang mit ökonomischen Fragestellungen zu bringen. In diesem Vortrag informieren die Referenten zu geplanten und bevorstehenden nationalen und internationalen Projekten, neuen technischen Wegen, offenen Fragestellungen und bevorstehenden Herausforderungen. Schwerpunkt des Vortrags ist dabei das Thema CO2.
CO2 - kein triviales Transportmedium. Was Sie beachten sollten!
Bei der Planung, beim Bau und Betrieb von C02-Transportleitungen sind die Besonderheiten des Mediums unbedingt zu beachten, da sie erheblichen Einfluss auf das Design und die Integrität einer Transportleitungen haben. Im Vortrag werden die wesentlichen Zusammenhänge erläutert und die aktuellen Entwicklungen im neuen DVGW-C- sowie im ISO-Regelwerk vorgestellt.
Rechtliche Anforderungen an CO2-Leitungen – CCS und CCU vor neuen Chancen?
Erhebliche Teile der Wertschöpfungsketten sind auf Kohlenstoff angewiesen. Daher bedeutet Treibhausgasneutralität nicht Dekarbonisierung, denn es wird auch in Zukunft industrielle Prozesse geben, bei denen Kohlendioxid entsteht bzw. gebraucht wird. Es ist absehbar, dass mittelfristig eine Kohlendioxid-Kreislaufwirtschaft entstehen muss, um die gewünschte Treibhausgasneutralität zu erreichen. Da der Transport von Gasen zwischen unterschiedlichen Industriestandorten in Einzelbehältern nur für kleinere CO2-Mengen realistisch ist, gleichgültig, ob auf Straße, Schiene oder Wasserstraße, werden absehbar alle rechtlichen Fragen auftauchen, die mit dem Aufbau einer leitungsgebundenen Infrastruktur verbunden sind.
REFERENTEN
Julian Beautemps
n.n.
Dr. Achim Hilgenstock (Moderator)
Franz-Josef Kissing
Dr. Michael Neupert
Dr. Michael Piontek
Andreas Raschke
Dirk Schmidt
Dr. Harald Tlatlik
Dennis Wehmeyer
Andrzej Wozniczka
AUSSTELLER</>
KURZ INFORMIERT
ERFAHRUNGSAUSTAUSCH
Freuen Sie sich auf gutes Essen, viele Gespräche und ein perfektes Ambiente!