Generic filters
FS Logoi

Studie zu Doppelausbau von Glasfasernetzen – ökonomische Analyse und rechtliche Einordnung

Mit dem sich dynamisch entwickelnden Glasfaserausbau in Deutschland häufen sich Berichte von Netzbetreibern, Verbänden und Gebietskörperschaften über parallelen Glasfaserausbau, der gemeinhin von Marktbeteiligten als Überbau bezeichnet wird. Zu diesem Thema wurde die WIK-Consult durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit einer ökonomischen und rechtlichen Analyse beauftragt. Marktteilnehmer bewerten die ökonomischen Auswirkungen der öffentlich diskutierten […]

von | 31.10.23

Mit dem sich dynamisch entwickelnden Glasfaserausbau in Deutschland häufen sich Berichte von Netzbetreibern, Verbänden und Gebietskörperschaften über parallelen Glasfaserausbau, der gemeinhin von Marktbeteiligten als Überbau bezeichnet wird. Zu diesem Thema wurde die WIK-Consult durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit einer ökonomischen und rechtlichen Analyse beauftragt.

Marktteilnehmer bewerten die ökonomischen Auswirkungen der öffentlich diskutierten Fälle des Überbaus sehr unterschiedlich. Einerseits wird auf den vom Gesetzgeber gewünschten Infrastruktur- und Innovationswettbewerb verwiesen. Andererseits wird argumentiert, dass Überbau zu einer Verdrängung von Marktteilnehmern führe, wenn der Überbau in Kommunen stattfindet, in denen aus betriebswirtschaftlicher Sicht nur eine Netzinfrastruktur (langfristig) tragfähig sei.

Um die im Markt geäußerten Bewertungen einer ökonomisch-rechtlichen Beurteilung zuzuführen, werden Ausbaukosten, Nachfrage und adressierbare Märkte vor dem Hintergrund heterogener Ausbaubedingungen beim Glasfaserausbau mit Hilfe von Modellen des Glasfaserausbaus analysiert, die dazu beitragen, eine Einschätzung über die Tragfähigkeit des Infrastrukturwettbewerbs in Deutschland zu gewinnen.

Anhand konkreter Fälle des Doppelausbaus werden des Weiteren typische Fallverläufe identifiziert und in den Rahmen der Modelle eingeordnet. Die Fälle selbst werden jedoch nicht im Einzelnen beleuchtet.
Dieses Vorgehen erlaubt die Fragen zu adressieren, wo Infrastrukturwettbewerb den Ausbau beschleunigt, wo er als Treiber der Migration auf Glasfasernetze und wohlfahrtsfördernder Schritt in Richtung selbsttragenden Wettbewerb zu sehen ist und ob und unter welchen Voraussetzungen ein Überbau möglicherweise als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung im Sinne des Wettbewerbsrechts anzusehen sein könnte, wo er möglicherweise mit den Regulierungszielen nicht vereinbar ist, den Zielen der Gigabitstrategie des Bundes zuwiderläuft oder die Reichweite des eigenwirtschaftlichen Ausbau reduziert, wodurch ggf. die für eine flächendeckende Versorgung mit Gigabitanschlüssen notwendige öffentliche Förderung ausgeweitet werden müsste.

Abschließend werden Handlungsoptionen dargestellt. Die rechtliche Einordnung sowie die Darstellung der regulatorischen Handlungsoptionen wurden federführend durch die IRNIK GbR als Unterauftragnehmerin betreut.

Download der Studie hier

(Quelle: WIK Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Kommunen bekämpfen Wassermangel durch anhaltende Trockenheit mit fünf Maßnahmen
Kommunen bekämpfen Wassermangel durch anhaltende Trockenheit mit fünf Maßnahmen

Sinkende Pegel an Rhein und Donau haben die Wasserversorgung deutscher Kommunen unter Druck gesetzt. Die Stadt Stuttgart hat deshalb seit Ende Juni die Wasserentnahme aus Flüssen und Seen eingeschränkt. Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat prognostiziert, dass mehr als die Hälfte der Kommunen im Land den Trinkwasser-Spitzenbedarf bis 2050 unter heutigen Bedingungen nicht mehr decken kann. Deshalb hat Drees & Sommer Maßnahmen für Kommunen und Industrie zusammengestellt, mit denen sich Wasserverluste im Leitungsnetz senken und Ressourcen mehrfach nutzen lassen.

mehr lesen
Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal
Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal

Thyssengas stellt für eine Wasserstoff-Pipeline im Münsterland eine 2009 unterbrochene Kanalquerung wieder her. Das neue Stück der Coesfeld-Rinkerode Leitung entsteht im Horizontalspülbohrverfahren unter dem Dortmund-Ems-Kanal. Bei einer Baustellenbesichtigung haben sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft am 16. Juli über den Fortschritt der Arbeiten informiert. Insgesamt rüstet der Netzbetreiber eine 45 Kilometer lange ehemalige Mineralölleitung auf den Transport von Wasserstoff um.

mehr lesen
IKT sucht kommunale Vorbilder:  „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben
IKT sucht kommunale Vorbilder: „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben

Das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur schreibt zum 19. Mal den Preis „Goldener Kanaldeckel“ aus. Ausgezeichnet werden Mitarbeiter:innen von Stadtentwässerungen, Tiefbauämtern und Stadtwerken, die mit einem konkreten Projekt die kommunale Abwasserwirtschaft vorangebracht haben. Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 31. August 2026 eingereicht werden.

mehr lesen
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre

Zahlreiche Kunststoffrohrleitungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren haben ihre ursprünglich auf 50 Jahre veranschlagte Mindestlebensdauer erreicht. Netzbetreiber stehen deshalb vor der Entscheidung, ob sie ihre Rohrsysteme weiter nutzen oder sanieren. Um Betreiber bei der Frage zu unterstützen, hat das Kunststoff-Zentrum SKZ ein Prüf- und Analyseverfahren entwickelt. Mit diesem können Netzbetreiber den tatsächlichen Zustand der Rohrsysteme bewerten und Investitionen gezielter planen. 

mehr lesen

Publikationen zum Thema