Generic filters
FS Logoi

Glasfaserausbau: Umfrage zeigt Hindernisse und Chancen

Zwar kommt es auch derzeit, nicht nur coronabedingt, zu Verzögerungen beim Glasfaserausbau, gleichwohl ist der Ausblick auf 2022 sehr positiv: 85 % der kommunalen und regionalen Telekommunikationsunternehmen planen, ihre Ausbauaktivitäten zu steigern. Das geht aus einer Umfrage von BUGLAS und VKU unter ihren Mitgliedsunternehmen hervor, die bis mindestens in die Gebäude reichende Glasfasernetze für schnellstes […]

von | 20.02.22

Zwar kommt es auch derzeit, nicht nur coronabedingt, zu Verzögerungen beim Glasfaserausbau, gleichwohl ist der Ausblick auf 2022 sehr positiv: 85 % der kommunalen und regionalen Telekommunikationsunternehmen planen, ihre Ausbauaktivitäten zu steigern. Das geht aus einer Umfrage von BUGLAS und VKU unter ihren Mitgliedsunternehmen hervor, die bis mindestens in die Gebäude reichende Glasfasernetze für schnellstes Internet in Stadt und Land ausbauen. Großes Potenzial für Fortschritt beim Glasfaserausbau liegt in marktverhandelten Ausbaukooperationen und Open Access, zu denen 8 von 10 befragten Unternehmen schon jetzt bereit sind. Kooperationen und Open Access können somit wirkungsvoll den Ausbau in die Fläche vorantreiben und volkswirtschaftlich unsinnigen Doppel- und Überbau vermeiden.

Glasfaserausbau: durch Corona verzögert

Auf der deutschen Großbaustelle Glasfaserausbau geht es nicht so voran, wie es könnte. Corona verschärft die betrieblichen Herausforderungen. Neben strukturellen Tiefbauengpässe zählen temporäre Baukolonnenausfälle (beide 32 %) sowie Lieferengpässe (30 %) und fehlende bzw. langsame Planungs- und Genehmigungsverfahren (25 %) zu den Gründen. Hinzu kommt das gegenwärtige Marktdesign und -geschehen: Noch immer dominiert der Wettbewerb zwischen Netzen, statt des Wettbewerbs auf dem Netz.

Ausblick 2022: gute Investitionslage, Open Access als Chance

85 % der kommunalen und regionalen Telekommunikationsunternehmen wollen ihre Ausbauaktivitäten 2022 weiter steigern. 80 % rechnen mit weiteren Nachfrageanstieg nach hohen Bandbreiten. Sie setzen aufs schnellste Pferd im Stall der digitalen Technologien: 93 Prozent investieren in den Ausbau von Glasfasernetzen bis in den Keller oder die Wohnung (FTTB/H-Netzen). Ein gutes Angebot für schnelles Internet ist ihre Bereitschaft zu marktverhandelten Kooperation und zu Open Access. 85 % der Unternehmen sind bereit, beim Ausbau der Glasfasernetze zu kooperieren. Zudem bieten fast 80 % der kommunalen und regionalen Telekommunikationsunternehmen bereits heute oder in Kürze einen diskriminierungsfreien Zugang für Wettbewerber an.

„Kein Marktakteur schafft den flächendeckenden Glasfaserausbau allein. Daher sind Ausbau-Kooperationen und marktverhandelter Open Access ein effizienter Weg hin zur bestmöglichen Nutzung und Amortisation von Netzinvestitionen. Wir müssen weg vom Wettbewerb zwischen Netzen, hin zum Wettbewerb auf dem Netz. Deswegen bieten wir den Telekommunikationskonzernen an, auf unsere bestehenden Glasfasernetze zu kommen. Das könnte den Glasfaserausbau erheblich beschleunigen und unser Land schneller ans Ziel von flächendeckend schnellem Internet in Stadt und Land bringen“, so Wolfgang Heer, Geschäftsführer BUGLAS, und Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer VKU.

Open Access hat perspektivisch auch Vorteile für Verbraucher: Sie bekommen schnelleres Internet und mehr Wahlfreit durch mehr Wettbewerb. Neben Ausbau-Kooperationen würde Open-Access dazu beitragen, den volkswirtschaftlich unsinnigen Überbau von Netzen zu stoppen – und zugleich die Netzauslastung erhöhen. Das würde die Refinanzierung zukünftiger wie auch bereits realisierter Glasfasernetze erleichtern und damit die Kosten für den Glasfaserausbau in Gänze senken.

Veranstaltungs-Tipp

3R+ rbv: Webinarreihe “Glasfaserausbau”

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Wasserstoffproduktion aus kommunalem Abwasser
Wasserstoffproduktion aus kommunalem Abwasser

Das Forschungsprojekt reSYNERGY stärkt die Resilienz von Wasser- und Energiesystemen durch die Nutzung von Abwasser für die grüne Wasserstoffproduktion. Geleitet wird das Projekt vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

mehr lesen
Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser
Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser

Die Bernhard Müller Betonsteinwerk GmbH hat ein korrosionsgeschütztes Kanalrohr mit integriertem Wärmetauscher auf den Markt gebracht. Das Rohr gewinnt Wärme direkt aus dem durchfließenden Abwasser, ohne den Kanalbetrieb einzuschränken. Städte und Gemeinden erhalten damit eine zusätzliche Option für die kommunale Wärmeplanung.

mehr lesen
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein

Die RWE Power AG hat am 6. Juli mit dem Bau eines Verteilbauwerk für eine Rheinwassertransportleitung in Grevenbroich-Allrath gestartet. Ab 2030 soll das Bauwerk eine Bündelungsleitung vom Rhein mit zwei Trassen zu den künftigen Tagebauseen Hambach und Garzweiler verbinden. So soll Rheinwasser in die beiden Tagebauseen geleitet werden und damit die geplante Flutung der Restlöcher ermöglichen.

mehr lesen
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten

Mit dem symbolischen Spatenstich für „H₂Coastlink 1“ startet EWE NETZ den Bau einer 24 km langen Wasserstoffleitung zwischen Emden und Leer. Sie verbindet künftig den Elektrolyseur in Emden mit dem Wasserstoff-Kernnetz. An die Leitung sollen weitere Leitungen des Wasserstoff-Kernnetzes angeschlossen werden.

mehr lesen
INES-Gas-Szenarien: Marktbedingungen gefährden Wiederbefüllung der Gasspeicher
INES-Gas-Szenarien: Marktbedingungen gefährden Wiederbefüllung der Gasspeicher

Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) hat am 7. Juli ihr aktuelles Juli-Update der Gas-Szenarien veröffentlicht. Die Modellanalysen zeigen: Technisch ist eine Befüllung der deutschen Gasspeicher bis zum 1. November 2026 auf den gebuchten Stand* von 76 % weiterhin möglich. Ob dieses Niveau tatsächlich erreicht wird, hängt jedoch entscheidend von den Marktbedingungen ab. Die derzeitigen Preisentwicklungen setzen kaum Anreize zur Einspeicherung von Gas und gefährden damit die Versorgungssicherheit für den kommenden Winter.

mehr lesen

Publikationen zum Thema