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Anschluss des Wasserstoffspeichers Rüdersdorf an H2-Kernnetz geplant

Wie am 28. März bekanntgegeben wurde, beabsichtigt ONTRAS Gastransport, den Gasspeicherstandort Rüdersdorf des Energiedienstleisters EWE an das entstehende Wasserstoff-Startnetz in Ostdeutschland anzuschließen. Dazu unterzeichneten als ersten vorbereitenden Schritt Peter Schmidt, Geschäftsführer der EWE GASSPEICHER GmbH und Ralph Bahke, ONTRAS-Geschäftsführer, ein entsprechendes Memorandum of Understanding (Absichtserklärung). „Ohne leistungsfähige Wasserstoffspeicher wird der Markthochlauf für Wasserstoff nicht funktionieren. […]

von | 03.04.24

ONTRAS Gastransport beabsichtigt, den Gasspeicherstandort Rüdersdorf des Energiedienstleisters EWE an das entstehende Wasserstoff-Startnetz in Ostdeutschland anzuschließen
Foto: © EWE

Wie am 28. März bekanntgegeben wurde, beabsichtigt ONTRAS Gastransport, den Gasspeicherstandort Rüdersdorf des Energiedienstleisters EWE an das entstehende Wasserstoff-Startnetz in Ostdeutschland anzuschließen.

Dazu unterzeichneten als ersten vorbereitenden Schritt Peter Schmidt, Geschäftsführer der EWE GASSPEICHER GmbH und Ralph Bahke, ONTRAS-Geschäftsführer, ein entsprechendes Memorandum of Understanding (Absichtserklärung).

„Ohne leistungsfähige Wasserstoffspeicher wird der Markthochlauf für Wasserstoff nicht funktionieren. Deshalb müssen wir Speicher von vornherein bei der Infrastruktur mitdenken. Diese Absichtserklärung ist ein wichtiger Meilenstein in diese Richtung“, sagt Peter Schmidt.

„Unser Wasserstoff-Startnetz für Ostdeutschland ist ein wichtiger Teil des deutschlandweit entstehenden H2-Kernnetzes. Mit der möglichen Integration von Rüdersdorf in dieses Startnetz, ergänzt durch den derzeit im Rahmen des Energiepark Bad Lauchstädt entstehenden Anschlusses für den dort entstehenden Wasserstoffspeicher an unser Netz, steigen Flexibilität und Versorgungssicherheit“, ergänzt Ralph Bahke.

Rüdersdorf hat Potenzial für Integration ins H2-Kernnetz

Die Anbindung von H2-Seichern wie dem von EWE in Rüdersdorf schafft zusätzliche Systemstabilität und Versorgungssicherheit. © EWE/Litho Niemann und M. Steggemann

Die Anbindung von Wasserstoffspeichern wie dem von EWE in Rüdersdorf schafft zusätzliche Systemstabilität und Versorgungssicherheit und ermöglicht die effiziente Einbindung volatiler Erzeugungseinheiten von grünem Wasserstoff. Vorausgegangen waren verschiedene Marktabfragen zur Wasserstoffspeicherung. Diese haben ergeben, dass es perspektivisch in Ostdeutschland große Bedarfe für Wasserstoffspeichermöglichkeiten gibt.

Der Gasspeicherstandort Rüdersdorf von EWE ist mit seiner Nähe zur Metropolregion Berlin und zu den Wasserstoffleitungen für den Aufbau des deutschlandweit geplanten Wasserstoff-Kernnetzes geografisch optimal gelegen. Er ist zudem der erste Speicherstandort für Import- und Erzeugungsprojekte rund um Lubmin sowie für Wasserstoff aus Polen bzw. über den Northern Baltic Hydrogen Corridor in Richtung Deutschland.

Damit kann der Speicher zu einem Schlüsselfaktor für eine sichere Versorgung der Hauptstadtregion sowie der PCK Raffinerie Schwedt und des Stahlwerkes von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt werden.

Perspektive: Anbindung an internationale H2-Märkte

EWE testet in Rüdersdorf gerade die Wasserstoffspeicherung im kleinen Maßstab. Perspektivisch ist es gut vorstellbar, dass der Standort beim Ausbau der Wasserstoffspeicher-Infrastruktur eine Rolle spielen wird. Dafür fehlen allerdings noch der regulatorische Rahmen sowie Förderprogramme.

Auch müssen die Standortkonzepte für den Bau neuer Kavernen zunächst fachlich geprüft werden. „Trotz dieser Herausforderungen gehen wir voran, testen im Kleinen bereits den Betrieb einer unterirdischen Wasserstoffkaverne und bewerten auch die Umrüstung oder den Neubau weiterer Kavernen an diesem Standort“, erläutert Peter Schmidt.

ONTRAS will diesen Wasserstoffspeicher mit dem in Ostdeutschland entstehenden H2-Startnetz verbinden. Es ist ein wesentlicher Teil des Wasserstoff-Kernnetzes. Konkret würde der Anschluss an das IPCEI (Important Project of Common European Interest) „doing hydrogen“ erfolgen, dessen Leitungen zwischen Rostock, der Region Leipzig-Halle und dem Berliner Raum bis nach Eisenhüttenstadt verlaufen sollen.

Ende Februar hatte die EU-Kommission grünes Licht zur Beihilfe für dieses Projekt sowie für „Green Octopus Mitteldeutschland“ gegeben. Beide IPCEI des ONTRAS H2-Startnetzes sind damit notifiziert und der Weg für die nationale Förderung ist frei.

Darüber hinaus können Verbindungen von „doing hydrogen“ zu anderen Wasserstoffleitungen des künftigen deutschlandweiten H2-Kernnetzes, wie beispielsweise zum Projekt FLOW der Gastransportnetzbetreiber GASCADE, ONTRAS und terranets bw, vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für den künftigen Wasserstoffspeicher erschließen.

Die Vorhaben der Partner stehen noch unter dem Vorbehalt der technischen Machbarkeit und entsprechender Finaler Investitionsentscheidungen (FID) der Partner.

(Quelle: EWE)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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