Generic filters
FS Logoi

Fernleitungs- und Verteilnetzbetreiber entwickeln Projekt „Zukunft RuH2r“

Der Fernleitungsnetzbetreiber OGE und die Verteilnetzbetreiber ENERVIE Vernetzt sowie Westnetz beabsichtigen im südöstlichen Ruhrgebiet und angrenzenden Sauerland ein regionales Wasserstoff-Cluster zu errichten. Hierdurch soll den industriellen Verbrauchern eine Dekarbonisierung und Vorbereitung ihrer Herstellungsprozesse auf den Zukunftsenergieträger Wasserstoff ermöglicht werden.

von | 04.06.21

Der Fernleitungsnetzbetreiber OGE und die Verteilnetzbetreiber ENERVIE Vernetzt sowie Westnetz beabsichtigen im südöstlichen Ruhrgebiet und angrenzenden Sauerland ein regionales Wasserstoff-Cluster zu errichten. Hierdurch soll den industriellen Verbrauchern eine Dekarbonisierung und Vorbereitung ihrer Herstellungsprozesse auf den Zukunftsenergieträger Wasserstoff ermöglicht werden. Darüber hinaus kann der Wasserstoff auch einen Beitrag zur klimaneutralen Umgestaltung der Verkehrs- und Gebäudesektoren leisten. Perspektivisch soll das Wasserstoff-Cluster „Zukunft RuH2r“ über OGE mit dem deutschen und europäischen Wasserstoffnetz und darüber mit weiteren regionalen Wasserstoff-Clustern verknüpft werden.

In der Scharnierregion zwischen Ruhrgebiet und Sauerland soll im Rahmen von „Zukunft RuH2r“ ein regionales Wasserstoff-Cluster vor Ort entwickelt werden, das in einem nächsten Schritt an das deutschlandweite Wasserstoffnetz angeschlossen wird. Die Region bietet für die Errichtung eines Wasserstoff-Clusters gute Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang sind zum einen bestehende Kraftwerksstandorte zu nennen, die sich durch leistungsstarke Wasser-, Gas- und Stromleitungsanbindungen, wie etwa zum Stromübertragungsnetz, für eine Wasserstofferzeugung anbieten. Zum anderen möchten zahlreiche zukunftsgerichtete (Industrie-) Betriebe, wie etwa BILSTEIN GROUP, Waelzholz Gruppe, H2 Green Power & Logistics, Kabel Premium Pulp & Paper und thyssenkrupp Hohenlimburg, Wasserstoff zur Dekarbonisierung der Unternehmenstätigkeit einsetzen.

Dazu beabsichtigt OGE gemeinsam mit ENERVIE Vernetzt und Westnetz, eine regionale WasserstoffInfrastruktur in Südwestfalen zur Bereitstellung des nachhaltigen Energieträgers in der mittelständischen Industrie und weiteren Verbrauchssektoren, wie Verkehrs- und Gebäudebereichen, zu errichten. Das Besondere an diesem Cluster ist die Zusammenarbeit von Netzbetreibern mit sich ergänzenden Kompetenzen. So wird OGE seine Expertise zum Wasserstofftransport einbringen. Dieser Beitrag wird ergänzt um das Fachwissen der Verteilnetzbetreiber ENERVIE Vernetzt und Westnetz über die Kundenbedürfnisse der Unternehmen und Verbraucher vor Ort.

„Um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, muss der Energieträger Gas künftig grüner werden. Wasserstoff ist hierzu der Schlüssel, der zudem die Nutzung der bestehenden leistungsfähigen Gasinfrastruktur ermöglicht. Mit dem Projekt RuH2r bereiten wir, gemeinsam mit unseren Partnern in dieser vielseitigen Region, den Weg für den zukunftsfähigen Energieträger Wasserstoff“, beschreibt Jörg Bergmann, Sprecher der Geschäftsführung von OGE und Mitglied im Nationalen Wasserstoffrat, die Projektidee.

„Unsere bereits vorhandene Infrastruktur in Deutschland kann mit geringen Anpassungen auch dem Transport von Wasserstoff dienen. Diesen großen Vorteil müssen wir nutzen. 31,5 Millionen Menschen sind in Deutschland an das Verteilnetz für Gas angeschlossen. Durch dieses Netz werden darüber hinaus 1,6 Millionen gewerbliche und industrielle Betriebe versorgt. Perspektivisch können also Millionen Haushalte und Unternehmen direkten Zugang zum Wasserstoffnetz erhalten. Als größter Ballungsraum Deutschlands ist das Ruhrgebiet geradezu prädestiniert, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen“, erklärt Katherina Reiche, Vorstandsvorsitzende der Westnetz-Muttergesellschaft Westenergie und Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrates.

Erik Höhne, Vorstandssprecher der ENERVIE-Gruppe, betont: „Die ENERVIE-Gruppe als regionaler Energieversorger gewährleistet die Anbindung von Gewerbe und Industrie an die Energienetze. Wasserstoff ist für viele Betriebe die große Chance, ihre Produktion zu dekarbonisieren. Wir wollen unsere Kunden dabei unterstützen, der Anschluss an ein Wasserstoffnetz ist dafür ein wesentlicher Baustein. Unsere Heimatstadt Hagen bietet durch die hohe Industriedichte und die günstige Netzkonstellation in Hagen-Kabel beste Ausgangsbedingungen für ein regionales H2-Cluster.“

Zur Realisierung eines solchen Clusters möchten sich OGE, ENERVIE Vernetzt und Westnetz insbesondere mit dem technischen und regulatorischen Fachwissen im Transport- und Verteilbereich einbringen, um so die effizienteste und wirtschaftlichste Bereitstellung von Wasserstoff für die Verbraucher sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund stehen die Netzbetreiber gerne bereit, in den kommenden Monaten gemeinsam mit weiteren Partnern aus der Region die vorhandenen Ideen und Konzepte zum Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur weiterzuentwickeln und zu detaillieren, um die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaftsregion fortzuschreiben. Ausgehend von Wirtschaftlichkeitsaspekten und regulatorischen Rahmenbedingungen sollen Realisierungszeitpläne für das Wasserstoff-Cluster „Zukunft RuH2r“ entwickelt und geeignete Förderprogramme für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft eingeworben werden.

In diesem Zusammenhang weisen die Projektpartner darauf hin, dass alle Interessenten bei der Entwicklung des regionalen Wasserstoff-Clusters willkommen sind. Es wird eine Erweiterung des Clusters in Richtung Ruhrgebiet und Sauerland, wie etwa dem Ennepe-Ruhr-Kreis, Märkischen Kreis, Hochsauerlandkreis, Kreis Olpe, Kreis Unna und der Stadt Dortmund angestrebt.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

(Quelle: OGE)

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal
Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal

Thyssengas stellt für eine Wasserstoff-Pipeline im Münsterland eine 2009 unterbrochene Kanalquerung wieder her. Das neue Stück der Coesfeld-Rinkerode Leitung entsteht im Horizontalspülbohrverfahren unter dem Dortmund-Ems-Kanal. Bei einer Baustellenbesichtigung haben sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft am 16. Juli über den Fortschritt der Arbeiten informiert. Insgesamt rüstet der Netzbetreiber eine 45 Kilometer lange ehemalige Mineralölleitung auf den Transport von Wasserstoff um.

mehr lesen
IKT sucht kommunale Vorbilder:  „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben
IKT sucht kommunale Vorbilder: „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben

Das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur schreibt zum 19. Mal den Preis „Goldener Kanaldeckel“ aus. Ausgezeichnet werden Mitarbeiter:innen von Stadtentwässerungen, Tiefbauämtern und Stadtwerken, die mit einem konkreten Projekt die kommunale Abwasserwirtschaft vorangebracht haben. Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 31. August 2026 eingereicht werden.

mehr lesen
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre

Zahlreiche Kunststoffrohrleitungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren haben ihre ursprünglich auf 50 Jahre veranschlagte Mindestlebensdauer erreicht. Netzbetreiber stehen deshalb vor der Entscheidung, ob sie ihre Rohrsysteme weiter nutzen oder sanieren. Um Betreiber bei der Frage zu unterstützen, hat das Kunststoff-Zentrum SKZ ein Prüf- und Analyseverfahren entwickelt. Mit diesem können Netzbetreiber den tatsächlichen Zustand der Rohrsysteme bewerten und Investitionen gezielter planen. 

mehr lesen
Gasaufbereitung sichert Wasserstoffqualität für den Leitungstransport
Gasaufbereitung sichert Wasserstoffqualität für den Leitungstransport

Die Gasaufbereitungsanlage im Energiepark Bad Lauchstädt hat die H₂-Dichtheitsprüfung des TÜV Thüringen bestanden und ist damit bereit für den stufenweisen Hochlauf. Die Anlage bringt Wasserstoff aus einem 30-MW-Elektrolyseur auf einen Reinheitsgrad von 99,97 Prozent, bevor das Gas über eine rund 25 Kilometer lange Leitung zur TotalEnergies-Raffinerie in Leuna transportiert wird.

mehr lesen

Publikationen zum Thema