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Dämmung von Wärmebrücken – Gewinn für Umwelt und Produktionskosten

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Autor: Redaktion

Dämmung von Wärmebrücken – Gewinn für Umwelt und Produktionskosten

Fehlende oder schadhafte Dämmung an betriebstechnischen Anlagen verursacht unnötige und häufig unerkannt hohe Energieverluste, die die Rentabilität von Unternehmen belasten. Die Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena) und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) unterstützen deshalb gemeinsam Industriebetriebe dabei, ihre wirtschaftlichen Dämmpotenziale zu erschließen und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umzusetzen.

Generell bietet die Dämmung industrieller Anlagen ein großes Einsparpotenzial zur Senkung des Energieverbrauchs und der Kosten. Insbesondere Bauteile wie Flansche, Ventile, Armaturen, Schmutzfänger oder Dampfschieber sind bei wärmeführenden Systemen in der Industrie vielfach noch ungedämmt. Auch wenn das Rohrnetz rundherum bereits isoliert ist, entstehen so Wärmebrücken. Hier geht kostbare Energie verloren. Eine gezielte Dämmung solcher “energetischen Schwachstellen” lohnt sich für die Unternehmen aber nicht nur mit Blick auf die Umweltauswirkungen, sondern bringt bereits nach kurzer Zeit eine spürbare Ersparnis bei den Energiekosten. Allein durch energieeffiziente Nachrüstung bisher ungedämmter Bauteile im Rohrleitungsnetz erzielte beispielsweise die Paderborner Brauerei –Haus Cramer GmbH & Co. KG eine Verringerung des Wärmeverlustes um 80 %. Bereits nach einem dreiviertel Jahr hatte sich die Investition rentiert und erzielte eine Kapitalrendite von knapp 130 %.

Dämmungsmaßnahmen wirtschaftlich planen

Gemeinsam mit den Dämmungsexperten der GWK Kuhlmann GmbH begann die Paderborner Brauerei im Jahr 2012, sämtliche Bauteile ihrer Rohrleitungen auf Energieeinsparpotenziale hin zu prüfen. Dazu wurden in einem ersten Schritt die Bauteile der Abfüllanlage erfasst und die einzelnen Anlagenkomponenten je nach ihrer aktuellen Energieeffizienz klassifiziert. Der Vorteil dieser Vorgehensweise: Die Klassifizierung nach Energieeffizienz der Bauteile erfolgt ohne aufwändige Messungen an der speziellen Anlage, ermöglicht aber eine schnelle Übersichtüber die auftretenden Energieverluste der verbauten Komponenten und eine Priorisierung der bestehenden Schwachstellen der wärmeführenden Systeme. Die Abfüllanlage im Kesselhaus der Brauerei arbeitet mit heißem Dampf bei einer Temperatur von 150 °C. Die Analyse der Energieeffizienz der Bauteile im Rohrleistungsnetz zeigte, dass hier insbesondere die Dampfschieber die größten Wärmebrücken bildeten. Bauteile wie diese weisen im Betrieb Wärmeverluste von bis zu 150 Watt auf. Vergleichbar viel Energie ging in der Paderborner Brauerei auch bei der mit 110 C arbeitenden Kondensatentwässerung an der Dampferzeugung und an den Armaturen im Vorlauf der Heizungsanlage mit Betriebstemperaturen von 70 °C sowie an den Armaturen der Rücklaufrohrleitungen mit 55 °C verloren. Für diese vier Bauteilgruppen bestimmte der Dämmungsfachmann die schlechtesten Effizienzwerte. Allein durch die bisher nicht gedämmten Bauteile der untersuchten Abfüllanlage der Paderborner Brauerei summierten sich die Wärmeverluste zur Zeit der Energieeffizienzanalyse auf rund 32.000 Watt.

Energieeffizienz senkt Kosten nachhaltig

Um das bestehende Energieeffizienzpotenzial zu nutzen, ist in der Regel kein aufwändiger Komplettaustausch der Bauteile erforderlich. Die Anlagenkomponenten lassen sich schnell und kostengünstig durch das Anbringen eines Isoliermantels optimieren. Dazu fertigt die GWK Kuhlmann GmbH passgenaue Dämmkappen aus Dämmstoff und Aluminiumschalen. Durch diese energetische Nachrüstung reduziert sich der Wärmeverlust an den einzelnen Bauteilen um bis zu 90 %. Gleichzeitig ist ihre Funktionsfähigkeit weiterhin uneingeschränkt gewährleistet. Der Zugang zu den Bauteilen zu Einstell-oder Wartungsarbeiten bleibt problemlos möglich. Durch Dämmungsmaßnahmen der vier Bauteilgruppen mit den schlechtesten Effizienzwerten erreichte die Paderborner Brauerei eine Senkung der Wärmeverluste an der Abfüllanlage von vorher mehr als 66.000 kWh um 80 % auf etwa 13.500 kWh pro Jahr. Dies ergibt eine jährliche Einsparung bei den Energiekosten in Höhe von 2.630 Euro. Die gesamte Dämmungsmaßnahme kostete das Unternehmen dagegen lediglich 2.050 Euro. Die Investition in die energieeffiziente Dämmung von Bauteilen im Rohrleistungsnetz der Abfüllanlage hatte demnach bereits nach neun Monaten das eingesetzte Kapital eingespart. Gleichzeitig verringerte die Brauerei mit der umgesetzten Dämmungsmaßnahme ihre CO2-Bilanz nachhaltig um 10,6 Tonnen pro Jahr.

Energieeffizienz mit System

Die Paderborner Brauerei –Haus Cramer GmbH & Co. KG braut mit 93 Mitarbeitern jährlich rund 900.000 Hektoliter Bier. Neben Bier umfasst das Produktionssortiment auch eine Reihe von Malz-und Softgetränken. Schon seit vielen Jahren beschäftigen sich Geschäftsleitung und Mitarbeiter der Brauerei mit der Energieeffizienzsteigerung der Produktionsanlagen. Unter anderem wurden bereits die Druckluftanlagen energieoptimiert. Außerdem hat das Paderborner Unternehmen als eine der ersten Brauereinen Deutschlands im Jahr 2012 ein nach DIN EN ISO 50001 zertifiziertes Energiemanagementsystem eingeführt.

Projekt „Energieeffiziente Dämmung betriebstechnischer Anlagen in Industrie und Gewerbe“

Das Praxisbeispiel zur Dämmung der Wärmebrücken bei der Paderborner Brauerei ist Bestandteil des Informationsangebots „Energieeffiziente Dämmung betriebstechnischer Anlagen in Industrie und Gewerbe“. Die Initiative EnergieEffizienzder dena wird dabei unterstützt durch den Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB).

Ziel des Informationsangebots ist es, in Unternehmen Energieeffizienzpotenziale durch die Dämmung von betriebstechnischen Anlagen zu erschließen. Die Initiative EnergieEffizienzstellt im Rahmen der Kooperation mit dem HDB Informationsmaterialien, Online-Angebote und Praxishilfen zur Verfügung, um Industriebe-triebe bei der Umsetzung von Dämm-Maßnahmen zu unterstützen.

Weitere Informationen

www.industrie-energieeffizienz.de

Autoren: Annegret-Cl. Agricola und Dietmar Gründig, Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

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