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FDBR: Thermische Kraftwerke liefern mehr als Strom

Konventionelle thermische Kraftwerke bleiben unverzichtbar für eine sichere Energieversorgung in Deutschland. Das ist das Fazit des Positionspapiers „Thermische Kraftwerke liefern mehr als Strom – Fünf Missverständnisse in der energiepolitischen Diskussion", das der FDBR – Fachverband Anlagenbau veröffentlicht hat. Darin widerspricht der FDBR der Auffassung, dass konventionelle Kraftwerke in Deutschland ein Auslaufmodell sind und allein erneuerbare Energien in einem umgebauten Energiesystem nach 2030 die Energieversorgung Deutschlands sicherstellen können.

von | 16.10.13

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Konventionelle Kraftwerke gewährleisten Systemsicherheit

Der weitere Umbau des Energiesystems in Deutschland muss vielmehr einer realistischen Einschätzung folgen, welchen Beitrag künftig einzelne Technologieoptionen für eine sichere, saubere und bezahlbare Stromversorgung in Deutschland leisten können.

Erneuerbare Energieträger sollen in Deutschland bis 2030 mindestens 50 % und bis 2050 mindestens 80 % des Stroms erzeugen. Sie können jedoch nur 10 bis 15 % zur gesicherten Leistung beitragen. Auch der Speicherzubau wird selbst bis 2050 nur etwa ein Drittel des prognostizierten Speicherbedarfs abdecken können.

„Thermische Kraftwerke werden auch im Jahr 2050 noch weit über die Hälfte der gesicherten Leistung abdecken müssen. Sie stützen damit auch künftig die Systemsicherheit und die Energiequalität“, betont Reinhard Maaß vom FDBR. Und er fügt hinzu: „Selbst bei einem Erreichen der Ausbauziele für die erneuerbare Stromerzeugung bis 2030 muss der konventionelle Kraftwerkspark fast unverändert vorgehalten werden – und das bis 2050.“

Großkraftwerke auch bei dezentraler Stromerzeugung erforderlich

Dezentrale Stromversorgung heißt nicht allein dezentrale Stromerzeugung aus kleineren Einheiten. Gerade für industrielle Großverbraucher ist die Netzstabilität standortentscheidend. Ein großes Verbundnetz, in dem der Ausfall z.B. eines Industriekraftwerks weniger ins Gewicht fällt, erreicht eine wesentlich höhere Netzstabilität. Verbraucherverbünde müssen zudem durch größere Erzeugungseinheiten versorgt werden. Trotz der bestehenden Marktunsicherheiten entstehen daher derzeit in Deutschland Großkraftwerke zur regionalen Versorgung gewerblicher und privater Verbraucher – z.B. die GuD-Kraftwerke in Düsseldorf und Köln-Niehl mit einer Leistung von 600 beziehungsweise 450 Megawatt.

„Die Praxis zeigt: In Ländern wie der Türkei, in denen bisher der Aufbau großer Verbundnetze nicht der industriellen Entwicklung standhielt, werden heute verstärkt große Erzeugungseinheiten zur sicheren Stromversorgung errichtet. Kleinere Stromverbünde machen Großkraftwerke also nicht überflüssig“, erklärt Klaus Dieter Rennert, Hitachi Power Europe GmbH.


Absicherung erneuerbarer Stromproduktion nicht allein durch Gaskraftwerke

GuD- oder Gaskraftwerke können zwar schnelle Laständerungen fahren. Doch ihr Potenzial, schwankende Stromeinspeisungen auszugleichen, beträgt nur etwa 30 bis 50 % gegenüber dem eines modernen Kohlekraftwerks. Daneben ist es künftig ebenso wichtig, Reservekraftwerke bei einer möglichst geringen Teillast bereithalten zu können. Eine Halbierung der Mindestlast optimierter Kohlekraftwerke gegenüber älteren Anlagen auf 10 bis 15 % der Leistung ist technisch machbar.

„Moderne Kohlekraftwerke können so einen insgesamt vergleichbaren Beitrag zur flexibleren Stromerzeugung in Deutschland leisten – mit etwa 30 % geringeren CO2-Emissionen als derzeit bestehende ältere Kohlekraftwerke,“ sagt Alf Henryk Wulf, ALSTOM Deutschland AG.

Daher: Die einseitige Absicherung künftiger Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien allein durch GuD-Kraftwerke lässt erhebliche technische Potenziale für eine sichere, flexible und CO2-freundliche Stromversorgung unberücksichtigt – und ebenso die wirtschaftlichen Risiken, die sich aus der Preisentwicklung oder dem Bezug des Energieträgers Gas ergeben können. Deshalb sollten künftig sowohl GuD- beziehungsweise Gaskraftwerke als auch Kohlekraftwerke für eine flexible Stromerzeugung genutzt werden.

Eine Erneuerung des konventionellen Kraftwerksparks zur Anpassung an künftige Herausforderungen im Strommarkt ist zwingend erforderlich.

„Gerade auch serviceorientierte Unternehmen können zu einer kontinuierlichen Erneuerung der Kraftwerke beitragen, sobald die Wirtschaftlichkeit der Investitionen wieder zuverlässig kalkulierbar wird“, ergänzt hierzu Gerd Lesser von der Bilfinger Power Systems Gruppe.

Ein weiterer Investitionsstau dagegen birgt energiewirtschaftliche Risiken und hat einen Kapazitätsabbau bei den Technologieanbietern mit Verlust von Arbeitsplätzen und Know-how zur Folge. Die erforderlichen Maßnahmen sind bereits heute realisierbar. Technische Lösungen dafür beschreibt der FDBR-Maßnahmenkatalog ‚Anpassung thermischer Kraftwerke an künftige Herausforderungen im Strommarkt‘.

Link zum Positionspapier des FDBR

Konventionelle Kraftwerke gewährleisten Systemsicherheit

Der weitere Umbau des Energiesystems in Deutschland muss vielmehr einer realistischen Einschätzung folgen, welchen Beitrag künftig einzelne Technologieoptionen für eine sichere, saubere und bezahlbare Stromversorgung in Deutschland leisten können.

Erneuerbare Energieträger sollen in Deutschland bis 2030 mindestens 50 % und bis 2050 mindestens 80 % des Stroms erzeugen. Sie können jedoch nur 10 bis 15 % zur gesicherten Leistung beitragen. Auch der Speicherzubau wird selbst bis 2050 nur etwa ein Drittel des prognostizierten Speicherbedarfs abdecken können.

„Thermische Kraftwerke werden auch im Jahr 2050 noch weit über die Hälfte der gesicherten Leistung abdecken müssen. Sie stützen damit auch künftig die Systemsicherheit und die Energiequalität“, betont Reinhard Maaß vom FDBR. Und er fügt hinzu: „Selbst bei einem Erreichen der Ausbauziele für die erneuerbare Stromerzeugung bis 2030 muss der konventionelle Kraftwerkspark fast unverändert vorgehalten werden – und das bis 2050.“

Großkraftwerke auch bei dezentraler Stromerzeugung erforderlich

Dezentrale Stromversorgung heißt nicht allein dezentrale Stromerzeugung aus kleineren Einheiten. Gerade für industrielle Großverbraucher ist die Netzstabilität standortentscheidend. Ein großes Verbundnetz, in dem der Ausfall z.B. eines Industriekraftwerks weniger ins Gewicht fällt, erreicht eine wesentlich höhere Netzstabilität. Verbraucherverbünde müssen zudem durch größere Erzeugungseinheiten versorgt werden. Trotz der bestehenden Marktunsicherheiten entstehen daher derzeit in Deutschland Großkraftwerke zur regionalen Versorgung gewerblicher und privater Verbraucher – z.B. die GuD-Kraftwerke in Düsseldorf und Köln-Niehl mit einer Leistung von 600 beziehungsweise 450 Megawatt.

„Die Praxis zeigt: In Ländern wie der Türkei, in denen bisher der Aufbau großer Verbundnetze nicht der industriellen Entwicklung standhielt, werden heute verstärkt große Erzeugungseinheiten zur sicheren Stromversorgung errichtet. Kleinere Stromverbünde machen Großkraftwerke also nicht überflüssig“, erklärt Klaus Dieter Rennert, Hitachi Power Europe GmbH.


Absicherung erneuerbarer Stromproduktion nicht allein durch Gaskraftwerke

GuD- oder Gaskraftwerke können zwar schnelle Laständerungen fahren. Doch ihr Potenzial, schwankende Stromeinspeisungen auszugleichen, beträgt nur etwa 30 bis 50 % gegenüber dem eines modernen Kohlekraftwerks. Daneben ist es künftig ebenso wichtig, Reservekraftwerke bei einer möglichst geringen Teillast bereithalten zu können. Eine Halbierung der Mindestlast optimierter Kohlekraftwerke gegenüber älteren Anlagen auf 10 bis 15 % der Leistung ist technisch machbar.

„Moderne Kohlekraftwerke können so einen insgesamt vergleichbaren Beitrag zur flexibleren Stromerzeugung in Deutschland leisten – mit etwa 30 % geringeren CO2-Emissionen als derzeit bestehende ältere Kohlekraftwerke,“ sagt Alf Henryk Wulf, ALSTOM Deutschland AG.

Daher: Die einseitige Absicherung künftiger Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien allein durch GuD-Kraftwerke lässt erhebliche technische Potenziale für eine sichere, flexible und CO2-freundliche Stromversorgung unberücksichtigt – und ebenso die wirtschaftlichen Risiken, die sich aus der Preisentwicklung oder dem Bezug des Energieträgers Gas ergeben können. Deshalb sollten künftig sowohl GuD- beziehungsweise Gaskraftwerke als auch Kohlekraftwerke für eine flexible Stromerzeugung genutzt werden.

Eine Erneuerung des konventionellen Kraftwerksparks zur Anpassung an künftige Herausforderungen im Strommarkt ist zwingend erforderlich.

„Gerade auch serviceorientierte Unternehmen können zu einer kontinuierlichen Erneuerung der Kraftwerke beitragen, sobald die Wirtschaftlichkeit der Investitionen wieder zuverlässig kalkulierbar wird“, ergänzt hierzu Gerd Lesser von der Bilfinger Power Systems Gruppe.

Ein weiterer Investitionsstau dagegen birgt energiewirtschaftliche Risiken und hat einen Kapazitätsabbau bei den Technologieanbietern mit Verlust von Arbeitsplätzen und Know-how zur Folge. Die erforderlichen Maßnahmen sind bereits heute realisierbar. Technische Lösungen dafür beschreibt der FDBR-Maßnahmenkatalog ‚Anpassung thermischer Kraftwerke an künftige Herausforderungen im Strommarkt‘.

Link zum Positionspapier des FDBR

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