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DVGW, rbv und Bauindustrie gründen „Zukunft Leitungsbau”

In der Erkenntnis, dass nur ein gutes Zusammenspiel aller beteiligten Partner im Bausektor dazu beitragen wird, diesen Herausforderungen angemessen zu begegnen, haben der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW), Bonn, der Rohrleitungsbauverband e. V. (rbv), Köln, sowie die Bundesfachabteilung Leitungsbau (BFA LTB) im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB), Berlin, die Initiative „Zukunft Leitungsbau“ ins Leben gerufen.

von | 16.09.20

Mit einer gut gefüllten Agenda soll der Leitungsbau optimiert werden. (Quelle: Initiative „Zukunft Leitungsbau“)

Aktuell gehört es zu den wichtigsten Aufgaben im Leitungsbau, Gas- und Wassernetze sowohl nachhaltig als auch strategisch ausgewogen zu managen, um ihre Funktionsfähigkeit generationsübergreifend sicherzustellen. Darüber hinaus gilt es Zukunftsthemen wie Europäisierung, Digitalisierung und Fachkräftegewinnung genauso sicher für die Bedürfnisse der Branche zu adaptieren wie die komplexen Anforderungen im Umfeld von Energiewende und Klimawandel.

Leitungsbau gemeinsam verbessern

„Die von rbv und DVGW gemeinsam angestoßene Initiative ‚Zukunft Leitungsbau‘ ist ein historischer Meilenstein unserer Branche.“, lobt rbv-Präsident Dipl.-Ing. (FH) Fritz Eckard Lang das neue Zukunftsmodell. „Wir haben diesen Prozess zusammen in der Erkenntnis begonnen, dass wir nur gemeinschaftlich die komplexen Herausforderungen der Branche meistern können, die sich aus den aktuellen Anforderungen an eine nachhaltige Versorgungssicherheit oder an einen klimaneutralen Umbau des Energiesystems ergeben“, so Lang weiter.
„Auftraggeber und Auftragnehmer wünschen sich eine konstruktive Zusammenarbeit, nicht zuletzt auch, um Prozesse zu optimieren und somit knappe Kapazitäten optimal wertschöpfend einsetzen zu können“, so Dipl.-Ing. Andreas Burger, Vorsitzender der Bundesfachabteilung Leitungsbau im HDB. „So könnten zum Beispiel innovative Partnerschaftsmodelle, die darauf ausgelegt sind, Planung und Bau noch besser miteinander zu verzahnen, dazu beitragen, bauausführendes Know-how bereits in den Planungsprozess miteinzubringen, um Baumaßnahmen zu beschleunigen”, so ein Vorschlag Burgers für eine Verbesserung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit.
„Die Initiative ‚Zukunft Leitungsbau‘ analysiert die Prozesse der Zusammenarbeit bei Leitungsbauvorhaben und wird der Branche Verbesserungsvorschläge unterbreiten“, so Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW. „Dabei dienen uns die erarbeiteten Impulse als Handlungsleitfaden. Die identifizierten Maßnahmen sollen jeweils in die laufende Verbändearbeit aufgenommen und institutionalisiert werden, sodass ein kontinuierlicher Umsetzungsprozess in enger Abstimmung erfolgt. Im nächsten Schritt wollen wir auf weitere mögliche Partner zugehen“, so Linke weiter.

Das steht auf der Agenda

Herzstück der Initiative sind aktuell sieben an technischen und qualitativen Anforderungen sowie an ökonomischen Aspekten orientierte Impulse und erste Maßnahmen. Methodisch wurden dabei von den Beteiligten jeweils auf Basis des Ist-Zustandes für ausgewählte Teilbereiche des Leitungsbaus Zielsetzungen formuliert, die einer Optimierung der Ausgangssituation dienen. In der Folge wurden erste konkrete Handlungsmaßnahmen definiert. Während unter dem Oberbegriff Technik die Eckpunkte „Anlagenwert erhalten“, „Vorhandene Infrastruktur schützen“ und „Regelwerk anwenden“ als vordringlich identifiziert wurden, wurden für einen qualitätsfokussierten Leitungsbau die Teilaspekte „Innovative Partnerschaftsmodelle aufsetzen“, „Image Versorger und Bau verbessern: ZUKUNFTSBILDER“ sowie „Bürokratie abbauen“ als zentrale Handlungsfelder umschrieben. Und da mit einer Beschleunigung behördlicher Genehmigungsprozesse Zeit- und Kosteneinsparungen verbunden sind, wurde der Agenda unter dem Oberbegriff „Ordnungsrahmen optimieren“ ein für Auftraggeber wie Auftragnehmer gleichermaßen relevanter ökonomischer Aspekt hinzugefügt.
Dabei sind essentielle Elemente des Bauplans daraufhin ausgerichtet, Kommunikation zu verbessern und Transparenz herzustellen. Es geht darum, – wo immer nötig – Weiterbildungsformate anzubieten oder Exzellenz zu adressieren und Best-Practice-Beispiele zu sammeln. Weitere Zielsetzungen bestehen darin, das Regelwerk und bewährte Qualifizierungssysteme noch besser anzuwenden, administrative Prozesse flächendeckend zu verschlanken sowie das Image der Branche zu verbessern und ihre Leistungsfähigkeit deutlicher in der Öffentlichkeit zu kommunizieren.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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