Generic filters
FS Logoi

20 Jahre GFK-Rohrummantelung

20 Jahre nach der Einführung der GFK-Ummantelung für Gasrohre blickt die BKP Berolina auf eine Erfolgsstory zurück. Über 110.000 m Gasrohre (DN 100 bis DN 1.400) wurden mit dieser speziellen und sehr widerstandsfähigen GFK-Beschichtung bereits ummantelt.

von | 10.06.16

Mantelrohr DN 1200 (schwarz) – GFK-ummanteltes Stahlrohr (grün) mit GFK-Gleitkufe (bräunlich)

„Die ersten Versuche im Jahr 1995 waren vielversprechend“, erinnert sich Ralf Odenwald (Geschäftsführender Gesellschafter der BKP Berolina Polyester GmbH & Co. KG).
Das BWB (Berolina Wickelrohr Beschichtung) System besteht aus harzgetränkten Glasfasern, die in Tangential- und Axialrichtung um das PE-ummantelte Stahlrohr aufgewickelt werden. Das hierfür verwendete styrolfreie Harz ist besonders umweltverträglich und die Aushärtung erfolgt mittels UV-Licht. Die Beschichtung verhindert, dass beim Einzug die einzelnen Stahlrohre durch Gestein im Erdreich beschädigt werden, und es zu anschließender Korrosion kommen kann. Das Isolieren der Schweißnähte erfolgte vor Ort durch das Auftragen von Glasfasermatten in Verbindung mit Harz und der anschließenden Aushärtung mittels UV-Licht.
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil des BWB-Systems ist die Tatsache, dass keine Einzugsrichtung vorgegeben ist. Hierdurch ist die Baufirma beim Zusammenstellen des Rohrstranges flexibler (Vermeidung von Fehlern auf der Baustelle). Außerdem besteht bei festgefahrenen Vorschüben immer noch die Möglichkeit, den Rohrstrang zurück zu ziehen – soweit die Boden- und Maschinenbedingungen dies erlauben.
1995 fanden die ersten Versuche in Zusammenarbeit mit der damaligen Wingas GmbH statt. Der Versuch an einem eigens dafür entwickelten Prüfstand im Jahr 1995 hat ergeben, dass der mechanische Schutz beim mit GfK ummantelten Stahlrohr, um den Faktor 3 gegenüber Polypropylen und dem Faktor 8 gegenüber Polyethylen höher ist.
Mit dem Umzug an den neuen Standort in Velten bei Berlin hat die BKP Berolina das bisher verwendete, styrolhaltige Harz durch ein umweltverträgliches, styrolfreies Harz ersetzt. Als zusätzlichen Schutz vor Beschädigungen am GFK-ummantelten Gasrohr wurde im Jahr 2011 die GFK-Gleitkufe (auch Abstandshalter genannt) entwickelt. Ihre Anwendung finden diese Gleitkufen beim Einzug des Rohrstangs in ein Mantelrohr. Die Gleitkufen werden werkseitig auf die GFK-Ummantelung aufgetragen und haben eine Dicke von 50 mm. Der Austausch einer Versorgungsleitung bei Schlüchtern im letzten Sommer zeigte die Vorteile dieser Entwicklung.Bei einer routinemäßigen Kontrolle eines Teilstücks der MIDAL (Mitte-Deutschland Anbindungs-Leitung) wurden Auffälligkeiten bei der KKS- (Kathodischen Korrosionsschutz) Messung festgestellt. Es wurden Durchliegekanten auf der PE-Isolierung aufgrund der aufgebrachten PE-Gleitkufen festgestellt. Der betroffene Rohrabschnitt unterhalb der Autobahnzufahrt Schlüchtern Nord bei Fulda mit einer Nennweite von 800 mm musste komplett aus dem Mantelrohr entfernt und durch GFK-ummantelte und mit GFK-Gleitkufen versehene Gasrohre ersetzt werden. Der 90 m lange Rohrstrang wurde dank guter Vorbereitung innerhalb einer Stunde mittels 40 mm starkem Stahlseil, das um 45 Grad umgelenkt werden musste und einer zur Verfügung stehenden Zugkraft von bis zu 80 t in das Mantelrohr DN 1200 gezogen.
Michael Muth, Fachbereichsleiter der GASCADE Gastransport GmbH ist mit der Qualität der GfK-ummantelten Stahlrohre sehr zufrieden. „Das BWB-System in Verbindung mit den werksseitig aufgetragenen GFK-Gleitkufen hält in jeder Situation und ist zu 100 % zuverlässig.“ Bereits beim Bau der WEDAL, JAGAL, OPAL, MIDAL und NEL wurde auf das BWB-System eingesetzt, um beim grabenlosen Rohrvortrieb eine optimale Qualität sicherzustellen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Reservierte Kapazitäten im Wasserstoff-Kernnetz verdoppeln sich
Reservierte Kapazitäten im Wasserstoff-Kernnetz verdoppeln sich

Die Wasserstoff-Kernnetzbetreiber haben ihr drittes Marktinformationspaket veröffentlicht. Darin haben sie zum Stichtag 23. Juli in den Angebotszonen des Kernnetzes Ein- und Ausspeisekapazitäten von knapp 6 GW zahlungspflichtig reserviert. Das entspricht einer Verdopplung gegenüber der letzten Veröffentlichung vom 13. Mai. Für den Clusterübergangstransport sind zusätzlich 0,6 GW vertraglich gesichert, weitere 0,5 GW befinden sich in Prüfung. Ein mehrstufiger Übernachfrageprozess hat alle Anfragen bedient, die das ursprüngliche Kapazitätsangebot überstiegen haben.

mehr lesen
Anhaltende Trockenheit lässt Wasserkraftzuflüsse in den Alpen einbrechen
Anhaltende Trockenheit lässt Wasserkraftzuflüsse in den Alpen einbrechen

Die Zuflüsse zu Speicherseen und Laufwasserkraftwerken im Alpenraum sind im Juli auf einen historischen Tiefstand gesunken. Das hat eine Analyse des Energieinformationsanbieters Montel ergeben. Ursache ist die anhaltende Trockenperiode in Österreich und der Schweiz, die auch die Wasserkraftproduktion in Deutschland und Frankreich gedrückt hat. Mit einer Erholung rechnen Fachleute frühestens im September.

mehr lesen
Leitungsnetz transportiert ersten Wasserstoff von Lingen zum Chemiepark Marl
Leitungsnetz transportiert ersten Wasserstoff von Lingen zum Chemiepark Marl

Über ein rund 120 Kilometer langes Leitungsnetz ist nun erstmals Wasserstoff aus der RWE-Elektrolyseanlage in Lingen zum Chemiepark in Marl geflossen. Die Fernleitungsnetzbetreiber Nowega und OGE haben die Leitungen gemeinsam mit der Evonik-Tochter SYNEQT für den Transport bereitgestellt. Damit hat einer der ersten fertiggestellten Abschnitte des bundesweiten Wasserstoff-Kernnetzes den Betrieb aufgenommen.

mehr lesen
Talsperrenbetreiber reduziert Wasserabgabe an die Wupper
Talsperrenbetreiber reduziert Wasserabgabe an die Wupper

Der Wupperverband hat die Wasserabgabe aus der Wupper-Talsperre reduziert. Am Pegel Kluserbrücke in Wuppertal fließen ab sofort rund 3.000 Liter Wasser pro Sekunde statt bisher 3.500 Liter. Grund für die Anpassung ist die anhaltende Trockenheit im Wuppergebiet im Wasserwirtschaftsjahr 2026.

mehr lesen
Digitale FachTalks vernetzen Praxis und Wissenschaft der Leitungssanierung
Digitale FachTalks vernetzen Praxis und Wissenschaft der Leitungssanierung

Der Bundesverband grabenlose Technologien (BGT) hat mit den BGT-FachTalks ein digitales Veranstaltungsformat etabliert, das Netzbetreiber, Kommunen, Ingenieurbüros, Hersteller und ausführende Unternehmen zu aktuellen Branchenthemen zusammenbringt. In den vergangenen Monaten haben bereits mehrere kostenfreie Online-Veranstaltungen zu Künstlicher Intelligenz in der Kanalinspektion, zur neuen EU-Trinkwasser-Richtlinie und zu technischen Regelwerken stattgefunden. Der Verband hat damit auf den wachsenden Bedarf an schnellem, praxisnahem Wissenstransfer in der Branche reagiert.

mehr lesen

Publikationen zum Thema