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Transadriatische Pipeline – ein Blick aus den Balkan-Staaten

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Autor: Redaktion

Transadriatische Pipeline – ein Blick aus den Balkan-Staaten

2013 haben die Präsidenten von Montenegro, Albanien, Kroatien und Bosnien und Herzegowina in Tirana (Albanien) ein Memorandum über die Zusammenarbeit beim Bau von zwei neuen Gaspipelines unterschrieben – TAP und ihrer Abzweigung IAP (Ionisch-adriatische Pipeline).

Das TAP-Projekt war 2003 von dem schweizerischen Unternehmen EGL Group entwickelt worden. Es sieht den Gastransport aus der Kaspischen Region nach Europa vor. Die Durchschnittskapazität von ТАР beträgt zehn Milliarden Kubikmeter pro Jahr, maximal sind es 20 Milliarden. Die Pipeline beginnt in Griechenland, sie verläuft dann durch Albanien und die Adria weiter nach Italien. In Italien und Griechenland wird sie an die bereits bestehende Gasinfrastruktur angeschlossen. Deshalb schätzen einige Experten TAP als Projekt für den Rand von Europa und den Balkan ein, das weder Aserbaidschan noch der EU ernsthafte Gewinne einbringen wird. Albanien verbraucht ja nicht mehr als 20 Millionen Kubikmeter Gas im Jahr, Griechenland kann mit seinen jährlich vier Milliarden Kubikmetern auch kein Großabnehmer für aserbaidschanisches Gas werden, und der Markt der Balkan-Länder ist nicht groß. In Montenegro, durch das die IAP verlaufen wird, gab es überhaupt niemals Gasrohrleitungen. Das Ionisch-adriatische Projekt soll die albanische Stadt Fier und das kroatische Split über das Gebiet von Montenegro und Bosnien und Herzegowina verbinden.

TAP soll hauptsächlich mit Gas aus dem Schah Denis-Feld gespeist werden. 2013 hat das Konsortium Schah Denis TAP als Transportroute für sein Gas zu den europäischen Märkten ausgewählt. Geschäftsführer Kjetil Tungland hält diese Wahl für aussichtsreich: „Die Wahl des TAP-Projektes für den Transport des aserbaidschanischen Gases nach Europa ist ein erster und wichtiger Schritt für das Projekt Südlicher Gaskorridor.“

Teil dieses Korridors war auch die vorzeitig dahingeschiedene Nabucco-Pipeline und die Transkaspische Pipeline, deren Schicksal ungewiss ist. Die kleine südeuropäische TAP ist das kostengünstigste aller drei Projekte. Außerdem, so Griechenlands Premierminister Antonis Samaras, „erlaubt die Umsetzung von TAP Griechenland, erstmals nicht nur eine zweitrangige Richtung zu sein, sondern ein Land, durch das transeuropäische Netze verlaufen“.

 

TAP verspricht Athen zudem 2.000 neue Arbeitsplätze und 1,5 Milliarden Euro an Investitionen. Die oppositionelle Partei SYRIZA ist dagegen der Ansicht, der Bau der Transadriatischen Pipeline spiele den USA, die nicht erfreut sind über die Zusammenarbeit zwischen Griechenland und Russland im Energiesektor, in die Hände. Nach Angaben der Partei haben sich die USA in den Privatisierungsprozess des nationalen Gasunternehmens DEPA und seiner Tochterfirma DESFA eingemischt. Auf die haben die russischen Unternehmen Gazprom und Negusneft, das Staatsgasunternehmen von Aserbaidschan (SOCAR), das griechische M2M (ein Joint Venture von Mytilineos und Motor Oil) und das Energieunternehmen GEK Terna ein Auge geworfen.

Wie dem auch sei, stehen die USA dem Projekt Südlicher Gaskorridor mit Interesse gegenüber. Richard Morningstar, US-Botschafter in Aserbaidschan, bekennt: „Wir unterstützen das Projekt der Transkaspischen Pipeline und sind bereit, alles zu tun, damit es verwirklicht wird.“

Es sei angemerkt, dass TAP keineswegs ein Konkurrent für Gazprom auf dem europäischen Gasmarkt ist. Die zehn Milliarden Kubikmeter aserbaidschanischen Gases, die in der Anfangsetappe nach Europa fließen werden, sind ein Tropfen im Meer im Vergleich zu den Lieferungen des russischen Gasgiganten. Es sind zwei Prozent des gesamteuropäischen Verbrauchsvolumens, und involviert werden darin nur zwei EU-Mitglieder sein, über deren Territorien die Pipeline verlaufen wird, nämlich Griechenland und Italien.

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