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Österreichs größtes Rechenzentrum heizt Klinik Floridsdorf

Lokale Wärmequellen zu nutzen ist ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Genau das geschieht seit diesem Winter in Floridsdorf in Wien: Das Rechenzentrum von Digital Realty heizt die benachbarte Klinik Floridsdorf. Digital Realty und Wien Energie haben ein zukunftsweisendes Konzept entwickelt, um die Wärme, die im Rechenzentrum entsteht, nachhaltig zu nutzen. Wien Energie hat dafür in […]

von | 02.02.24

Eröffnung Wärmepumpen in der Klinik Floridsdorf. V.l.n.r.: Stefan Gara (Energiesprecher NEOS Wien), Martin Madlo (Managin Director Digital Realty Österreich), Peter Hanke (Finanzstadtrat), Evelyn Kölldorfer-Leitgeb (Generaldirektorin Wiener Gesundheitsverbund), Leonore Gewessler (Klimaschutzministerin), Peter Hacker (Gesundheitsstadtrat), Peter Weinelt (Generaldirektor Wiener Stadtwerke), Michael Strebl (Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung), Herwig Wetzlinger (Generaldirektorin-Stellvertreter Wiener Gesundheitsverbund)
© Wien Energie/Christian Hofer

Lokale Wärmequellen zu nutzen ist ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Genau das geschieht seit diesem Winter in Floridsdorf in Wien: Das Rechenzentrum von Digital Realty heizt die benachbarte Klinik Floridsdorf. Digital Realty und Wien Energie haben ein zukunftsweisendes Konzept entwickelt, um die Wärme, die im Rechenzentrum entsteht, nachhaltig zu nutzen. Wien Energie hat dafür in den letzten eineinhalb Jahren bei der Klinik Floridsdorf eine Wärmepumpenanlage errichtet, die über eine Verbindungsleitung mit dem Kühlsystem des Rechenzentrums verbunden ist. Mit der Anlage “recycelt” Wien Energie seit dieser Heizsaison überschüssige Wärme aus den Serverräumen effizient und wandelt diese in Fernwärme für die Klinik um. “Raus aus Öl und Gas – und sorgsam mit Energie umgehen. Diese beiden wichtigen Säulen der Energiewende werden bei der Grätzl-Heizung bestens verbunden. Die Abwärme, die beim Betrieb des Serverzentrums entsteht, wird sinnvoll genutzt und heizt die Klinik Floridsdorf. Genau mit solchen Projekten kommen wir beim Schutz des Klimas voran. Dieses Modell wird in unserem ganzen Land Schule machen. Genau aus diesem Grund haben wir die Vorreiter in Wien auch im Rahmen der Umweltförderung finanziell unterstützt”, freut sich Klimaschutzministerin Leonore Gewessler über die neue Grätzl-Heizung.

Zwischen 50 und 70 % des Wärmebedarfs der Klinik können mit der Abwärme des Rechenzentrums durch die neue Anlage von Wien Energie gedeckt werden, was bis zu 4.000 t CO2 pro Jahr spart. “Wir gehen in Wien auch außergewöhnliche Wege, um die Energiewende zu meistern. Diese Wärmepumpen-Lösung ist eine Win-Win-Win-Situation: Für die Klinik Floridsdorf, die künftig mit regionaler Wärme versorgt wird. Für Wien Energie, die den Ausbau der klimaneutralen Fernwärme weiter vorantreibt und für Digital Realty, die ihr Rechenzentrum damit noch nachhaltiger gestalten können. So geht Klimaschutz!”, erklärt Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke.

Projekte wie dieses sind ein wichtiger Faktor, weshalb Wien die lebenswerteste Stadt der Welt ist, so Gesundheitsstadtrat Peter Hacker: “Klimaschutz ist nicht nur für unsere Umwelt relevant, sondern auch für unsere Gesundheit. Wir müssen die Erderhitzung stoppen, damit wir auch in Zukunft lebenswerte Rahmenbedingungen vorfinden. Mit Projekten wie diesem arbeiten wir genau daran.”

Abwärme als Schlüsseltechnologie der Wärmewende

Wien Energie will die Fernwärme in Wien bis 2040 gänzlich aus klimaneutralen Quellen erzeugen. Der Energiedienstleister setzt dabei vor allem auf Tiefengeothermie, Großwärmepumpen und die Nutzung vorhandener Abwärmequellen wie in Floridsdorf. “Wir wollen raus aus Gas in der Raumwärme! Dazu nutzen wir nun auch die Server-Abwärme von Digital Realty und heizen mit einer Art ‚Grätzl-Heizung‘ die benachbarte Klinik Floridsdorf. Das ist ein weiteres wichtiges Projekt auf unserem Weg zur Klimaneutralität”, erklärt Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung. Wien Energie hat drei Wärmepumpen mit einer Leistung von je 1 MW errichtet und rund 3,5 Mio. Euro investiert, um dieses innovative Abwärme-Konzept umzusetzen. Neben der Versorgung der Klinik Floridsdorf erzeugt Wien Energie zusätzlich Kälte für das Rechenzentrum.

Digitalisierung und Klimaschutz gemeinsam gedacht

Digital Realty betreibt in Floridsdorf das größte Rechenzentrum Österreichs. “Rechenzentrumsinfrastruktur ist gemeinsam mit der Breitband-Infrastruktur das Fundament der Digitalisierung Österreichs. Unsere Idee und unser Konzept, die Wärme unseres Rechenzentrums nahhaltig zu nutzen, verbindet die beiden großen Themen unserer Zeit: Digitalisierung und Klimaschutz. Das Projekt ist sowohl von der Dimension als auch von der Ausrichtung zukunftsweisend und in Europa bislang einzigartig. Wir nehmen eine Vorreiterrolle ein und setzen gemeinsam neue Maßstäbe in der Nachhaltigkeit von Datacenters”, erklärt Martin Madlo, Managing Director von Digital Realty Österreich.

So funktioniert die Grätzl-Heizung

Das Rechenzentrum und die Klinik sind durch eine unterirdische Leitung verbunden. Mit der Anlage wird beim Rechenzentrum dem rund 26 °C warmen Kühlwasser die Wärmeenergie entzogen und über die Leitung in einem eigenen Wasserkreislauf in die Energiezentrale der Klinik geleitet. Mit den Wärmepumpen kann die Wärme genutzt werden, um die Klinik Floridsdorf mit bis zu 82 °C zu heizen. Das abgekühlte Wasser fließt zurück zum Rechenzentrum, wo es wieder zur Kühlung eingesetzt wird.

Wien Energie nutzt die Abwärme des Rechenzentrums Digital Realty und heizt damit die Klinik Floridsdorf. Mit Wärmepumpen entzieht Wien Energie dem Kühlsystem des Rechenzentrums rund 10 °C und hebt mit der Anlage die Temperatur auf rund 82 °C. Damit können 50-70 % des Wärmebedarfs der Klinik gedeckt werden. Die Anlage von Wien Energie spart jährlich bis zu 4.000 t CO2. Copyright: Wien Energie/Harald Ströbel

(Quelle: Wien Energie)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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