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Mobile Asset-Management mit GIS und Augmented Reality

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Autor: Redaktion

Mobile Asset-Management mit GIS und Augmented Reality

Europa-Premiere in Idar-Oberstein: Eine App macht verborgene Infrastruktur sichtbar

Ein Defekt, wie er gerade im Winter oft vorkommt: Ein Wasserrohrbruch in der Straße wird gemeldet, der Bereitschaftsdienst der Stadtwerke rückt aus. Am Schadensort stellt sich den Monteuren erst einmal die Frage, welche Leitungen und Rohre dort entlanglaufen und beim Ausheben der Grube beschädigt werden könnten. Also Lagepläne anfordern und durchforsten. Das könnte bald der Vergangenheit angehören, denn mit den Mitteln der Augmented Reality (AR=erweiterte Realität) kann die im Verborgenen liegende Infrastruktur virtuell auf dem Smartphone oder Tablet-PC des Mitarbeiters dargestellt werden.

Möglich wird das mit dem Programm Augview des neuseeländischen Technologieunternehmens Augview Limited. Business Development Managerin Melanie Langlotz stellte die Applikation zusammen mit ihrem deutschen Vertriebspartner, dem Dipl.-Ing. (FH) Tim Krüger – Geschäftsführer von 8 SEAS, einem Ingenieurbüro für Wasser und Energie aus Nackenheim – der Stadtverwaltung und den Stadtwerken Idar-Oberstein vor.

„Das Problem ist überall auf der Welt das gleiche. GIS-Daten (GIS steht für Geodaten Informationssystem) sind zwar oft vorhanden, aber jedes Unternehmen hat sein eigenes GIS-System und nirgends sind diese Daten zentral abrufbar“, erklärt Melanie Langlotz. Das ändert sich jetzt – zumindest in Neuseeland. Hierfür stellen Energieversorger, Telekommunikationsunternehmen, Wasser- und Abwasserbetriebe und andere Infrastrukturträger ihre GIS-Daten zur Verfügung. Wobei die Unternehmen bestimmen können, was sichtbar ist – sensible Daten können zurückgehalten werden. „Augview führt die verschiedensten GIS-Systeme zusammen und stellt die Infrastruktur auf einem Smartphone oder Tablet-PC entweder als interaktive Karte in 2D oder in Verbindung mit der Kamera des Mobilgeräts in 3D als virtuelle Ansicht dar“, so Langlotz. Und das in Verbindung mit GPS-Koordinaten und in Echtzeit. Darüber hinaus können die virtuellen Objekte noch mit weiteren Informationen hinterlegt werden: Welchen Durchmesser hat das Rohr, wann wurde die Leitung verlegt, wann der Schacht das letzte Mal gewartet und vieles mehr. Nachdem das System erfolgreich in Hamilton, einer Kleinstadt im Großraum Aukland, eingeführt wurde, interessieren sich jetzt auch etliche Großstädte weltweit dafür.

„Die virtuelle Darstellung der Infrastruktur ist natürlich nur so genau, wie die vorliegenden GIS-Daten“, schränkt Tim Krüger ein. Aber sollten diese mal mit der Realität vor Ort nicht übereinstimmen, kann das geändert werden. „Mit der entsprechenden Berechtigung kann der Mitarbeiter die Daten direkt ändern und den tatsächlichen Gegebenheiten anpassen.“ Überhaupt ist das Thema Datensicherheit bei dem Programm von großer Bedeutung. Alles läuft über gesicherte Server, Nutzer müssen sich authentifizieren, abgerufene Daten werden mit einem Zeitstempel versehen und können auch als PDF-Datei abgelegt werden. „Diese elektronische Abfrage von Planauskünften führt zu erheblichen Zeit- und Kostenersparnissen bei Auskunftgebern und insbesondere bei den Tiefbauunternehmen.“

Trotzdem sieht Frank Leibrock – Vertriebsleiter der Caigos GmbH, deren GIS die Stadt Idar-Oberstein nutzt – in den datenschutzrechtlichen Bestimmungen der Kommunen und der Verpflichtung zur Dokumentation und Archivierung der Auskunftserteilung für die Leitungsbetreiber den Knackpunkt für eine flächendeckende Einführung von Augview in Deutschland. „Das ist ein hochinteressantes Produkt, aber ich bezweifle, dass es sich hier bei uns unter den derzeitigen Rahmenbedingungen zeitnah umsetzen lässt.“ Gegen eine unternehmensinterne Anwendung spricht seiner Ansicht jedoch nichts. „Es müsste halt einer den Anfang machen.“

Neben seinem ursprünglichen Zweck ist das Programm auch noch für andere Anwendungen nutzbar. So können damit unter anderem virtuelle Objekte oder Gebäude in der Umgebung dargestellt werden. „Das hilft oft bei der Visualisierung geplanter Bauprojekte“, erklärt Langlotz.

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