Generic filters
FS Logoi

Harzsystem dichtet Anbindung zwischen PE- und GFK- Leitung dauerhaft ab

Juli 2014: In einem Pilotprojekt setzen die Städtischen Betriebe Minden bei der Sanierung eines Regenüberlaufs auf die besonderen Eigenschaften des in der Liner-Anbindung bewährten Harz8. Nun muss das leuchtend rote Epoxidharz seine auf der IFAT 2014 vorgestellte Abdichtfähigkeit auf PE unter Beweis stellen.

von | 20.12.14

Die fertige Abdichtung

Der Einsatzort:
Der Regenüberlauf Friedrich-Wilhelm-Straße in Minden – direkt unterhalb des Wasserstraßenkreuzes. Hier überquert der Mittellandkanal die Weser. Oben ziehen langsam Schiffe ihre Bahn, seitlich fließt der Fluss vorbei, unten rauscht Abwasser über mehrere mächtige Stahlrohre heran und fließt von hier gesammelt zur wenige Kilometer nördlich gelegenen Kläranlage weiter. Pro Sekunde fließen hier 500 l Abwasser durch, die aus Minden und der Nachbargemeinde Porta Westfalica abstammen.
Eine Herausforderung für die Leitungen, die derzeit von den Städtischen Betrieben Minden aufwändig saniert werden. Denn die Stahlrohre, die derzeit die Abwassermengen in die richtigen Bahnen leiten, sind Teile einer Hebeanlage, eines sogenannten Hamburger Hebers – ein Provisorium, durch die das Abwasser während der Baumaßnahme umgeleitet wird.
Die Herausforderung:
Künftig soll das Wasser hier durch ein Kanalsystem aus großformatigen blauen PE-Rohren strömen. Große Durchmesser bis zu DN 1800 bestimmen das Kanalsystem, in welches das resinnovation-Team – Geschäftsführer Dino Heuser und Vertriebler Peter Drüen – gemeinsam mit Andreas Höppner, dem Leiter des Kanalnetzbetriebs der Städtischen Betriebe Minden, und Kanalsanierer Wolfgang Fischer hinuntersteigt. Doch im Fokus steht ein Durchmesser von nur DN 700. In ein marodes Betonrohr DN 800 wurde ein GFK-Rohr eingezogen, das muss nun sicher an das PE-System angebunden werden muss. Es liegt bereits eine Gliederkette im Ringspalt zwischen GFK- und PE-Rohr. Mittels Kompression soll sie dafür sorgen, dass kein Wasser von außen in den Kanal drücken kann. Da das PE-Rohr jedoch nicht komplett rund ist, ist die Verbindung jedoch insbesondere im oberen Bereich nicht dicht. Aus diesem Grund hat sich Höppner entschieden, für die Abdichtung die auf der IFAT 2014 vorgestellte Eigenschaft von Harz8 zu nutzen: die Haftung auf PE. Das Epoxidharz dichtet ebenfalls mittels Kompression ab. Kommt Wasser an das Harz, quillt es auf, dehnt sich also aus, drückt an beiden Seiten gegen die Rohre und dichtet so den Ringspalt ab.
Die Vorarbeiten:
Kanalsanierer Fischer hat den Kanal bereits im Vorfeld mit dem Hochdruckreiniger gesäubert, nun beginnt er mit den direkten Vorarbeiten für die Abdichtung. Mit einem Eckenschleifer raut er sowohl die Außenseite des GFK-Rohres als auch das umgebende PE-Rohr an, um dem Harz eine bessere Möglichkeit zur Haftung zu geben.
Mit dem Reinigungsmittel resiClean befreit er den Untergrund – GFK wie PE – von möglichen Fetten, die eine Trennschicht zwischen dem Epoxidharz und dem Untergrund bilden könnten und so eine dauerhafte Anbindungen verhindern würden. Eine Schablone aus Klebeband sorgt zudem für saubere Abschlüsse – nicht nur ein optischer Aspekt, sondern auch Gewährleistung für die Haltbarkeit: Zu dünn auslaufende Harzschichten könnten von fließendem Wasser unterspült werden. Während Fischer im Untergrund die Grundlage für das Harz8-Projekt legt, weist Peter Drüen die Kollegen der Abwasserbetriebe Minden ein, wie sie die Pastenmischanlage richtig befüllen und bedienen: Harz und Härter müssen im Verhältnis 1:1 sorgfältig miteinander vermischt werden, die Temperatur muss stimmen.
Eine solche Pastenmischanlage mit Zwangsmischer gewährleistet eine optimale Durchmischung auch bei größeren Mengen, wie sie hier benötigt werden. Einheitlich leuchtend rot fließt das Harz aus dem Zwangsmischer in die resiBags – stabile Einwegbeutel, die wie eine Spritztülle verwendet werden. Nach kurzer Zeit wird der erste Beutel Harz8 ins Kanalsystem heruntergereicht.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Vierter Energiepolitischer Dialog: „Dreiklang der Moleküle“
Vierter Energiepolitischer Dialog: „Dreiklang der Moleküle“

Unter dem Leitmotiv „Die drei für die Zukunft: mit Erdgas, Wasserstoff und Carbon Management zu net-zero“ lud OGE zum vierten Energiepolitischen Dialog in Berlin. Über 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Industrie und Verbänden gingen zur „Rolle der Moleküle CH₄, H₂ und CO₂ im Energiesystem der Zukunft“ in den Dialog. Die Veranstaltung gilt als wichtige Austauschplattform zu bedeutenden Themen der Energietransformation.

mehr lesen
Umweltportal NRW informiert über Hochwasser und Starkregen
Umweltportal NRW informiert über Hochwasser und Starkregen

Das Umweltportal NRW informiert mit dem Beginn der Hochwasser-Saison auf einer Themenseite über Hochwasser und Starkregen in NRW. Nutzer können dort „aktuelle Warnungen, Pegeldaten, Hochwassergefahren- und Starkregenkarten, Hinweise zu Straßensperrungen sowie konkrete Handlungsempfehlungen“ abrufen.

mehr lesen
„Gasnetzgebietstransformationsplan“ stellt Weichen für Wasserstoffzukunft
„Gasnetzgebietstransformationsplan“ stellt Weichen für Wasserstoffzukunft

Der Gasnetzgebietstransformationsplan (GTP) bleibt auch im vierten Berichtsjahr das zentrale Werkzeug für die strategische Ausrichtung der deutschen Gasverteilnetze auf Klimaneutralität. Mit 248 teilnehmenden Netzbetreibern bildet er erneut nahezu die gesamte Branche ab und gilt europaweit als einzigartiger Ansatz für eine koordinierte Netzplanung

mehr lesen
EU verleiht H2-Speicherprojekten PCI-Status
EU verleiht H2-Speicherprojekten PCI-Status

Die Europäische Kommission hat drei geplante Wasserstoffspeichervorhaben des norddeutschen Energieunternehmens EWE in die Liste der europäischen Projects of Common Interest (PCI) aufgenommen. Die Bekanntgabe der formalen Entscheidung erfolgte heute bei den sogenannten PCI-Days in Brüssel und soll die strategische Bedeutung von H2-Speichern für die künftige Energieversorgung Europas unterstreichen.

mehr lesen
Grüner Wasserstoff aus Algerien: Machbarkeitsstudie gestartet
Grüner Wasserstoff aus Algerien: Machbarkeitsstudie gestartet

Mit dem Beginn einer Machbarkeitsstudie im Rahmen des internationalen Projekts ALTEH2A erfolgte ein weiterer Schritt in Richtung einer möglichen H2-Partnerschaft zwischen Algerien und Europa. Bei einer Veranstaltung am 12. November in Berlin informierten die beteiligten Partnerunternehmen – darunter die VNG AG aus Leipzig und der bayerische Fernleitungsnetzbetreiber Bayernets GmbH – über den Fortschritt der Vorhaben ALTEH2A und SoutH2 Corridor.

mehr lesen

Publikationen zum Thema

Die Unterschiede der GFK-Schlauchliner – vom Freispiegelkanal zur Trinkwasserleitung

Die Unterschiede der GFK-Schlauchliner – vom Freispiegelkanal zur Trinkwasserleitung

Autor: Von Dr. Nils Füchtjohann
Themenbereich: Rohrleitungstechnik

Bereits über Jahrzehnte sind GFK-Schlauchliner im Abwasserbereich etabliert. Seit wenigen Jahren halten sie auch zunehmend Einzug in den Trinkwasserbereich. Hygienisch, nachhaltig und projektsicher – für die grabenlose Sanierung von ...

Zum Produkt

Kanalquerschnitts- und Profilvermessung in der Praxis

Kanalquerschnitts- und Profilvermessung in der Praxis

Autor: Von Erik Büttner und Ulrich Jöckel
Themenbereich: Rohrleitungstechnik

Nachdem mit 3D-Kameraequipments auch Querschnitte von Abwasserleitungen vermessen werden sollen, wird sich dieser Fachbericht dem Thema widmen. Vielen sind diverse Fachberichte zu Laserscann, photographischen und manuellen Messmethoden bekannt. Ein ...

Zum Produkt

Rheda-Wiedenbrück: Havarie-Konzept für wichtige Abwasserdruckleitung – Anschlussteil selbst entwickelt

Rheda-Wiedenbrück: Havarie-Konzept für wichtige Abwasserdruckleitung – Anschlussteil selbst entwickelt

Autor: Von Henning Winter und Ludger Wördemann
Themenbereich: Rohrleitungstechnik

Fast jede Kommune hat sie: Abwasserdruckleitungen. Und fast jede Kommune hat sie in der Vergangenheit eher stiefmütterlich behandelt. Doch so langsam kommen viele Druckleitungen in die Flegeljahre. Die KomNetABWASSER-Teilnehmerstadt ...

Zum Produkt