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Patentierte Technologie zur Oberflächenvorbereitung

Für die Oberflächenvorbereitung im Rohr- und Anlagenbau hat die Monti – Werkzeuge GmbH mit Sitz in Hennef das Bristle Blasting-Verfahren entwickelt. Verwendet wird dabei das handgeführte, pneumatisch oder elektrisch betriebene Gerät Bristle Blaster®.

von | 29.09.15

Das Verfahren erzielt einen Reinheitsgrad vergleichbar mit SA 2 ½ und ein raues Oberflächenprofil das für eine bessere Haftung der Beschichtung, ähnlich mit einer durch Sandstrahlen behandelten Oberfläche, sorgt. Bei der Anwendung des Bristle Blaster® ist zudem kein Strahlgut, keine komplexe technische Ausrüstung oder ein Einhausen des Arbeitsbereichs nötig. Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten, insbesondere kleinerer Flächen, können daher wesentlich wirtschaftlicher ausgeführt werden.
Dazu zählen auch Schweißnähte, vor allem in Bereichen, in denen nicht gestrahlt werden kann oder darf. Roststellen und Beschädigungen an Beschichtungen lassen sich beispielsweise schnell und ohne größeren Aufwand ausbessern. Die dazu notwendige technische Ausrüstung besteht lediglich im Gerät selbst und einer entsprechenden Luftdruck- bzw. Stromversorgung.

Funktion

Das handgehaltene Antriebsaggregat treibt das mit speziellen Drähten bestückte Polyamid-Band – Bristle Blaster® Band – an. Die u-förmig verankerten Borsten sind geschliffen und entgegen der Laufrichtung in einer exakt definierten Weise abgewinkelt. Während der Rotation des Bandes werden die Drahtborsten über einen Beschleunigungsstab gespannt, wodurch sie in dem Bereich hinter dem Beschleunigungsstab mit etwa vierfach höherer kinetischer Energie auf die Oberfläche auftreffen. Beim Aufschlag der Drahtspitzen wird Korrosion oder Beschichtung entfernt und eine winzige Vertiefung in die Oberfläche geschlagen. Auch widerstandsfähige Beschichtungen sowie Zunder, Anlauffarben oder andere Oxidationsprodukte, die mit Schleifwerkzeugen schwer abzutragen sind, können effektiv und gründlich entfernt werden. Die spezielle Konstruktion des Bandes bewirkt, dass die Drahtspitzen unmittelbar nach dem Aufschlag zurückspringen, wodurch eine durch Vielzahl von Mikro-Kratern gekennzeichnete, raue Oberflächenstruktur entsteht. Der daraus hervorgehende Reinheitsgrad sowie die Rautiefe und Zugfestigkeitswerte sind dabei mit einer durch Strahlen vorbereiteten Oberfläche vergleichbar. Zudem zeigen von der Marquette Universität in Milwaukee/USA durchgeführte Untersuchungen, dass beim Bristle Blasting eine Materialverdichtung entlang der bearbeiteten Oberfläche erzeugt wird, die wiederum die Beständigkeit gegenüber Rissen, Ermüdung und Spannungskorrosion erhöht.
Die entstehende Rautiefe ist abhängig von der Beschaffenheit und Härte des zu bearbeitenden Materials und liegt – die richtige Anwendung vorausgesetzt – bei den zumeist im Rohr- und Anlagenbau verwendeten Stahlsorten bei etwa 65 – 90µm RZ, auf Edelstahl bei ca. 25µm RZ – 35µm RZ. Beim Arbeiten auf der Oberfläche wird das Trägermaterial, d. h. die Stahloberfläche selbst, geschont. Die Drahtspitzen treffen nahezu vertikal auf die Oberfläche und „schlagen“ dabei Rost oder Beschichtung ab. Vom Stahl selbst wird dabei kaum Material abgetragen. Da keine wie bei Schleifwerkzeugen erzeugte Reibungswärme entsteht, erhitzt sich auch die Oberfläche nicht. Dadurch, dass die Borstenspitzen einzeln und punktuell auf die Oberfläche aufschlagen, kommt es, anders als beim Schleifen, nicht zu einem Verreiben von Rostpartikeln oder Verschmieren von Beschichtungen auf der Oberfläche.

Einsatzgebiete im Rohr- und Anlagenbau

Der von der Open Grid Europe (OGE) zugelassene Bristle Blaster® wird für allgemeine Ausbesserungsarbeiten und Instandhaltungen (spot-repair) von Rost- und Schadstellen auf Pipelines jeglicher Art verwendet. Darüber hinaus können fast alle zugelassenen Beschichtungen sowie Nachumhüllungsprodukte durch Bristle Blasting entfernt werden. Besonders im Stationsbau sowie in innerstädtischen Bereichen ist der Bristle Blaster® für die Schweißnahtbearbeitung von immenser Bedeutung, da hier oftmals nur sehr schlecht oder aber auch gar nicht gestrahlt werden kann. Zudem bietet er in der größer werdenden Zahl von Naturschutzgebieten eine wirtschaftliche Alternative, da hier Strahlen oftmals nicht mehr erlaubt ist.
Die Handlichkeit des 1,2 kg leichten Antriebsaggregats Bristle Blaster® Pneumatic, sowie die Tatsache, dass auf komplexe Apparaturen zur Ausrüstung verzichtet werden kann und keine Abfallprodukte aufwändig aufgefangen und entsorgt werden müssen, macht Bristle Blasting auch in anderen Industrien zu einem bevorzugt eingesetzten Verfahren zur professionellen Oberflächenvorbereitung.
Der Bristle Blaster® Pneumatic kann zudem bei Arbeiten in Zone 1 – potenziell explosiver Umgebung – wie z. B. an in sich in Betrieb befindenden Gaspipelines eingesetzt werden. Das Gerät ist ATEX zugelassen für die Nutzung in Zone 1 durch entflammbare Gase, Dämpfe und Nebel (Kategorie 2 Geräte nach ATEX 94/9/EC) gemäß Ex II 2G c IIA T4 X.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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