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Schadstoffe im Wasserkreislauf: Broschüre über Ursachen, Auswirkungen und Vermeidung

Im Rahmen des BMBF-geförderten und von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) koordinierten Projekts „Charakterisierung, Kommunikation und Minimierung von Risiken durch neue Schadstoffe und Krankheitserreger im Wasserkreis­lauf - TransRisk“ hat die DWA eine neue „Im Klartext“-Broschüre veröffentlicht.

von | 31.03.15

by Caleb George

Die Broschüre der Deutschen Vereinigung für Wasserwirt­schaft, Abwasser und Abfall (DWA) informiert interessierte Bürger über Schadstoffspuren im Wasserkreislauf.
Es wird erklärt,…

  • wie  Arzneimittel und Chemikalien des täglichen Gebrauchs über das Abwasser in die Gewässer gelangen,
  • welchen Schaden sie dort anrichten können und
  • was jeder Einzelne tun kann, um die Freisetzung von Schadstoffen in die Umwelt zu vermeiden.

Jeder hinterlässt Spuren

Unzählige Chemikalien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Indem wir Arzneimittel, Kosmetikartikel, Haushaltsreiniger, Desinfektionsmittel, Wandfarben und Plastikverpackungen nutzen, hinterlassen wir Spuren in der Natur. Im Fokus stehen derzeit besonders diejenigen Substanzen, die in ganz minimalen Mengen in der Umwelt und in unseren Gewässern vorkommen. Sie können dennoch eine schädliche Wirkung entfalten. Hiervon sind besonders Wasserlebewesen betroffen. Man spricht von Mikro­schadstoffen oder von anthropogenen – vom Menschen verursachten – Spurenstof­fen. Doch wie gelangen anthropogene Spurenstoffe in Flüsse, Seen und sogar ins Grund­wasser?
Medikamente werden zum Teil vom Körper wieder ausgeschieden und gemein­sam mit dem Abwasser durch das Kanalnetz zur Kläranlage transportiert. Auch medizi­nische Cremes und Körperpflegemittel, die beim Duschen wieder abgewaschen werden, verschwinden zu einem gewissen Anteil im Ausguss. Zudem entsorgen viele Patienten ungenutzte Arzneimittel unsachgemäß über die Toilette. Auch Reinigungs- und Desin­fektionsmittel sowie Farbreste und die aus unserer Kleidung ausgewaschenen Zusatz­stoffe finden ihren Weg ins Abwasser. Die Kläranlagen mit der derzeit genutzten Tech­nik schaffen es nicht, die chemisch vollkommen unterschiedlichen Verbindungen voll­ständig aus dem Abwasser zu entfernen und leiten das gereinigte, aber noch spuren­stoffhaltige Abwasser in die Flüsse.

Schadstoffe beeinträchtigen Wasserlebewesen

Wie wirken sich Spurenstoffe auf die in unseren Gewässern lebenden Fische, Mu­scheln, Krebse, Schnecken und andere Organismen der ökologischen Lebensgemein­schaft aus? Einige Wasserlebewesen reagieren sehr empfindlich auf Gewässerbelas­tungen. Im Gewässer vorkommende hormonartig wirkende Substanzen können die Re­produktion von Fischen beeinträchtigten. Außerdem ist in Laborstudien eine Verschie­bung des Geschlechterverhältnisses zu Gunsten der Weibchen nachweisbar.
Auch bei Bachflohkrebsen kommt es zum „Frauenüberschuss“. Solche Effekte können neben Empfängnisverhütungs- und Wechseljahrpräparaten auch die Weichmacher in Plastik­verpackungen auslösen, die über unsachgemäße Entsorgung in die Gewässer gelan­gen. Andere Stoffe können schädigend auf das Erbgut von Organismen – also auf die Gene – wirken. Dazu zählen zum Beispiel Medikamente, die zur Chemotherapie einge­setzt werden. Was können wir tun?
Im Sinne des Vorsorgegedankens ist es am sinnvollsten, die Stoffe erst gar nicht in den Wasserkreislauf gelangen zu lassen. Hierzu kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Wie soll das gehen?

  • Vermeiden Sie die Selbstmedikation und nehmen Sie nur vom Arzt verschriebene Arzneimittel ein.
  • Nehmen Sie insbesondere Antibiotika immer genau nach Anordnung des Arztes bis zum Schluss ein und setzen Sie diese nicht ab, sobald die Symptome abklin­gen, denn sonst fördern Sie die Bildung resistenter Keime.
  • Entsorgen Sie niemals unverbrauchte Arzneimittel in der Toilette oder im Aus­guss, sondern werfen Sie Medikamentenreste – auch dann, wenn sie flüssig sind – zusammen mit der Glasflasche oder Blisterverpackung in ihre Restabfall­tonne. Der Restmüll wird in den meisten Kommunen verbrannt und dadurch un­schädlich gemacht. Erkundigen Sie sich im Zweifel bei Ihrer Kommune.
  • Verzichten Sie darauf, übermäßig kosmetische Produkte zu verwenden. Auch medizinische Cremes zu Vorbeugezwecken sollten weitgehend reduziert werden. Ihre Wirkung ist ohnehin umstritten. Sie werden beim Duschen von der Haut ab­gewaschen und belasten unnötig das Abwasser.
  • Gehen Sie sparsam und bewusst mit Haushaltsreinigern um und meiden Sie Desinfektionsmittel in Ihrem Haushalt. Sofern Sie nicht einer besonderen Risikogrup­pe angehören, schaden desinfizierende Haushaltsreiniger mehr als sie nützen. Ein gesundes Immunsystem braucht den Kontakt zu den Keimen der Umwelt, um gut zu funktionieren.
  • Werfen Sie keine Plastikverpackungen in die Umwelt.
  • Geben Sie Farbreste bei ihren zuständigen Schadstoffsammelstellen ab, die im Abfallkalender genannt sind.

Weitere Informationen über das Projekt TransRisk erhalten Sie unter www.transrisk-projekt.de.
Die Informationsbroschüre „Schadstoffspuren im Wasserkreislauf“ kann kostenlos per E-Mail von der DWA angefordert werden.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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