Generic filters
FS Logoi

Lecks in Nord Stream 1 und 2 führen zu erheblichem Klimaschaden

Die Lecks in den Pipelines Nord Stream 1 und 2 führen nach Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) zu Emissionen von etwa 7,5 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalenten. Das entspricht etwa 1 % der deutschen Jahres-Gesamtemissionen. Die Berechnung stützt sich auf geschätzte Informationen zu Füllzustand und Volumen der beiden Pipelines. Es gibt keine Abschottungsmechanismen an den Pipelines, daher wird […]

von | 29.09.22

Die Lecks in den Pipelines Nord Stream 1 und 2 führen nach Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) zu Emissionen von etwa 7,5 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalenten. Das entspricht etwa 1 % der deutschen Jahres-Gesamtemissionen. Die Berechnung stützt sich auf geschätzte Informationen zu Füllzustand und Volumen der beiden Pipelines. Es gibt keine Abschottungsmechanismen an den Pipelines, daher wird aller Voraussicht nach der gesamte Inhalt der Röhren entweichen. Da zumindest eines der Lecks nach bisherigen Informationen auf dänischem Hoheitsgebiet liegt, werden die Emissionen in der Klimaberichterstattung voraussichtlich Dänemark zugerechnet werden.

Insgesamt werden voraussichtlich 0,3 Mio. t Methan in die ⁠Atmosphäre⁠ gelangen. Methan ist deutlich klimaschädlicher als CO₂. Auf einen 100-jährigen Zeitraum gesehen erwärmt 1 t Methan die Atmosphäre genauso wie 25 Tonnen CO₂. Daher muss der Klimaeffekt der Lecks mit etwa 7,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquvalenten beziffert werden.

Je nachdem in welchem Hoheitsgebiet die Lecks genau liegen, erfolgt eine Zuordnung der Emissionen in der Klimaberichterstattung. Liegen die Lecks auf dänischem Hoheitsgebiet, so muss Dänemark die Emissionen berichten. Liegen sie jedoch in internationalen Gewässern, werden die Emissionen in keiner Emissionsberichterstattung erfasst, bleiben aber genauso klimaschädlich.

Grundlage für die Berechnung sind die ungefähre Länge der Röhren von 1.250 km, der Durchmesser von ca. 1,1 m, ein Druck von 100 bar und eine Temperatur von 10 Grad. Von den vier Röhren waren drei Röhren befüllt.

(Quelle: Umweltbundesamt)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Das Methan aus den Pipelines tritt in der Ostsee aus. Quelle: Danish Defence Command

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

EWE vergibt Großauftrag für H2-Erzeugungsanlage an Bilfinger
EWE vergibt Großauftrag für H2-Erzeugungsanlage an Bilfinger

Das Energieunternehmen EWE hat für die 320-MW-Wasserstoff-Erzeugungsanlage in Emden den Industriedienstleister Bilfinger mit Stahlbau, Rohrleitungs- sowie Komponentenmontage beauftragt. Der Auftrag zählt laut EWE zu den größten im Gesamtprojekt „Clean Hydrogen Coastline“ und ist nach der Beauftragung für Elektrolyse, Verdichter und Bauleistungen das letzte wesentliche Vergabepaket.

mehr lesen
Brancheninitiative: Neuer Weiterbildungsansatz für die Wasserinfrastruktur
Brancheninitiative: Neuer Weiterbildungsansatz für die Wasserinfrastruktur

Erstmals bündeln Unternehmen aus Planung und Bau der Wasserinfrastruktur ihr Wissen – darunter Hersteller, Bauunternehmen und Ingenieurdienstleister, um einen gemeinsamen, praxisorientierten Weiterbildungsansatz zu entwickeln. Ziel ist es, dem wachsenden Fachkräftemangel und dem Verlust von Erfahrungswissen in der Branche zu begegnen.

mehr lesen
Gas-Szenarien-Update: Speicherstände unter Druck
Gas-Szenarien-Update: Speicherstände unter Druck

Laut Initiative Energien Speichern e.V. (INES) war der deutsche Gasmarkt im Zeitraum von Mai 2025 bis April 2026 von einem spürbaren Verbrauchsanstieg, intensiver Speichernutzung im Winter und schwierigen Rahmenbedingungen für die Wiederbefüllung geprägt. Hohe Gaspreise und veränderte Marktbedingungen sorgten derzeit für große Unsicherheit im Hinblick auf den kommenden Winter.

mehr lesen
Rückblick auf die 21. Pipeline Technology Conference
Rückblick auf die 21. Pipeline Technology Conference

Die 21. Pipeline Technology Conference (ptc) ist vergangene Woche in Berlin zu Ende gegangen. Mit 1.132 Teilnehmenden aus 61 Ländern sowie Delegationen von rund 100 Pipeline-Betreibergesellschaften war die ptc 2026 laut Veranstalter die größte und internationalste Ausgabe in der 21-jährigen Geschichte der Veranstaltung.

mehr lesen

Publikationen zum Thema