Generic filters
FS Logoi

Nationaler Wasserstoffrat legt Roadmap für Wasserstoffspeicher für Deutschland vor

Der Nationale Wasserstoffrat (NWR) legt jetzt einen kohärenten Aktionsplan für den Übergang von der fossilen Erdgasspeicherung hin zur Wasserstoff-Ökonomie vor. Speicher sind Schlüssel für Versorgungssicherheit Wasserstoff kann in großen Mengen gespeichert werden. Gerade bei steigenden Wasserstoffimporten sind großvolumige Speicherlösungen unverzichtbar. Deutschland hat dafür beste Ausgangsbedingungen mit einer großen Kapazität von bestehenden Kavernenspeichern, die auf Wasserstoff […]

von | 08.12.22

Der Nationale Wasserstoffrat (NWR) legt jetzt einen kohärenten Aktionsplan für den Übergang von der fossilen Erdgasspeicherung hin zur Wasserstoff-Ökonomie vor.

Speicher sind Schlüssel für Versorgungssicherheit

Wasserstoff kann in großen Mengen gespeichert werden. Gerade bei steigenden Wasserstoffimporten sind großvolumige Speicherlösungen unverzichtbar. Deutschland hat dafür beste Ausgangsbedingungen mit einer großen Kapazität von bestehenden Kavernenspeichern, die auf Wasserstoff umgerüstet werden können. Die Speicher werden durch eine überregionale Wasserstoffnetzinfrastruktur an die bundesweiten Verbrauchszentren angebunden.

Investitionsanreize für Speicherumrüstung jetzt setzen

Die Roadmap verdeutlicht die Notwendigkeit, bereits jetzt politische Unterstützungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen, um Investitionen in Wasserstoffspeicher anzureizen. Bis 2030 ist bereits mit einem Wasserstoffspeicherbedarf von mindestens 5 TWh zu rechnen, der danach noch deutlich ansteigen wird. Mit Blick auf Genehmigungsverfahren und Umrüstungsdauer von mindestens fünf Jahren schließt sich das Zeitfenster für wichtige Investitionsentscheidungen bereits Mitte dieses Jahrzehnts. Daher müssen schon jetzt Investitionsanreize und Fördermaßnamen für die Speicherumrüstung auf den Weg gebracht werden.

Möglicherweise Neubau von Kavernen zur Sicherung der Gasversorgung notwendig

Gesetzliche Speicherfüllstandvorgaben für Erdgas, die neu eingeführte Genehmigungspflicht bei Stilllegung von Gas-Speicheranlagen sowie die massiven Anstrengungen der Politik, die Abhängigkeit russischer Importe nach Europe zu reduzieren, lassen vermuten, dass die bestehenden Erdgas-Speicherkapazitäten jedenfalls bis 2025 zum Großteil zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit auf dem Erdgasmarkt benötigt werden. Mit sinkenden Gasbedarfsprognosen sowie den jüngst beschlossenen Zielvorgaben der Europäischen Kommission, den Gasverbrauch für das Jahr 2023 um 15% zu senken, ist eine mit dem Gasverbrauch synchrone Reduktion des Speicherbedarfs für den Erdgasmarkt ab 2025 zu erwarten. Sofern sich das politisch vorgegebene Niveau zur Erdgas-Versorgungssicherheit erhöht, könnte ein Zielkonflikt entstehen, bestehende Kavernenspeicher einerseits zur Sicherung der Erdgasversorgung zu erhalten und andererseits auf die Speicherung von Wasserstoff umzurüsten. Dies erfordert gegebenenfalls auch den Neubau von Kavernen zur Speicherung von Wasserstoff.

Konkrete Maßnahmen für ein geeignetes Investitionsumfeld

Zur Schaffung eines geeigneten Investitionsumfelds für Wasserstoffspeicher regt der NWR die Schaffung eines Stufenplans mit folgenden konkreten Maßnahmen an

Maßnahmen vor 2024 (Anreize für Investitionsentscheidungen)
  • Intensivierung der finanziellen Unterstützung in Form von CAPEX- und OPEX-bezogenen Förderprogrammen für die Umrüstung bestehender Kavernen bzw. Neubau von Wasserstoffspeicheranlagen
  • Verkürzung der Zeiten der Genehmigungsverfahren (analog dem LNG-Beschleunigungsgesetz)
  • Befristete verlässliche Ausnahmeregelung für Pilot-Anlagen
  • Einführung eines regulatorischen Rahmens für Wasserstoff-Speicherprojekte, um ein Regulierungs- und Zugangsregime für Speicher zu schaffen, das Investitionen anreizt
Maßnahmen vor 2030 – Prüfung regulatorischer Anreize und Berücksichtigung des Systemwerts von Wasserstoffspeichern
  • Befreiung von der Erhebung etwaiger Entry-/Exit-Entgelte und Umlagen der angebundenen Wasserstoffnetze bei der Nutzung von Wasserstoffspeichern
  • Befreiung von Stromnetzentgelten für den verbrauchten grünen Strom zur Einspeicherung

Die Wasserstoffspeicher-Roadmap 2030 für Deutschland können Sie hier downloaden

Der Nationale Wasserstoffrat

Mit der Verabschiedung der Nationalen Wasserstoffstrategie hat die Bundesregierung am 10. Juni 2020 den Nationalen Wasserstoffrat berufen. Der Rat besteht aus 26 hochrangigen Expertinnen und Experten der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die nicht Teil der öffentlichen Verwaltung sind. Die Mitglieder des Wasserstoffrats verfügen über Expertise in den Bereichen Erzeugung, Forschung und Innovation, Dekarbonisierung von Industrie, Verkehr und Gebäude/Wärme, Infrastruktur, internationale Partnerschaften sowie Klima und Nachhaltigkeit. Der Nationale Wasserstoffrat wird geleitet durch Katherina Reiche, Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG und Parlamentarische Staatssekretärin a. D.
Aufgabe des Nationalen Wasserstoffrats ist es, den Staatssekretärsausschuss für Wasserstoff durch Vorschläge und Handlungsempfehlungen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Wasserstoffstrategie zu beraten und zu unterstützen.

(Quelle: Nationaler Wasserstoffrat)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Modellierung eines überregionalen Wasserstoff netzes der „FNB Gas“ unter Einbeziehung der Kavernenspeicher sowie der angekündigten Wasserstoffspeicherprojekte, aus Wasserstoff-Roadmap 2030 für Deutschland

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

OPAL: Eigentümerwechsel bei Gaspipeline für Kernnetz
OPAL: Eigentümerwechsel bei Gaspipeline für Kernnetz

Uniper hat seine 20-prozentige Beteiligung an der rund 470 Kilometer langen Gaspipeline OPAL an den Infrastrukturinvestor Hy24 verkauft. Die Leitung zwischen Lubmin und Brandov wird zukünftig Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes. Die Übertragung erfolgt über sämtliche Anteile an der Lubmin-Brandov Assets GmbH & Co. KG und erfüllt eine Auflage aus dem EU-beihilferechtlichen Genehmigungsverfahren vom Dezember 2022.

mehr lesen
BNetzA-Entwurf zur Kapitalverzinsung der Gasnetze stößt auf Widerstand
BNetzA-Entwurf zur Kapitalverzinsung der Gasnetze stößt auf Widerstand

Mehrere Branchenverbände haben den Entwurf der Bundesnetzagentur (BNetzA) zur künftigen Kapitalverzinsung der Gasnetze kritisiert. Der FNB Gas e.V. hat eine Anpassung des Zinssatzes von 3,76 Prozent auf 5,51 Prozent gefordert. Grund dafür seien mehrere Umsetzungsfehler in der Methodenfestlegung der BNetzA, die ein finanzwissenschaftliches Gutachten aufdeckt. Der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. und der VKU – Verband kommunaler Unternehmen e.V. haben in einer gemeinsamen Stellungnahme ähnliche Verbesserungen verlangt. Der Entwurf sei wirtschaftlich und methodisch unzureichend und gefährde die Transformation der Netze hin zur Klimaneutralität, teilen die Verbände mit. Zusätzlich schlagen sie eine Verschiebung der Festlegung auf Anfang 2027 vor.

mehr lesen
Einbaugarnituren-Rehabilitation: Instandsetzung über die Straßenkappe
Einbaugarnituren-Rehabilitation: Instandsetzung über die Straßenkappe

Nach Angaben des Verfahrensanbieters wurden bundesweit inzwischen mehr als 4.000 Einbaugarnituren-Rehabilitationen abgeschlossen. Das Interesse an der minimalinvasiven Instandsetzung wächst insbesondere dort, wo Verkehrsflächen möglichst erhalten und Eingriffe in den Straßenkörper reduziert werden sollen. Doch wann ist das Verfahren eine Alternative zur konventionellen Tiefbaumaßnahme – und wo liegen seine Grenzen?

mehr lesen
Saarland startet Bau grenzüberschreitender Wasserstoffleitung
Saarland startet Bau grenzüberschreitender Wasserstoffleitung

Der Netzbetreiber Creos Deutschland hat in Wallerfangen den Bau einer neuen Wasserstoffleitung gestartet. Die rund 17 Kilometer lange Trasse zwischen Leidingen und Dillingen bildet den deutschen Abschnitt der grenzüberschreitenden Verbindung MosaHYc, die künftig Wasserstoff aus Frankreich ins Saarland transportieren soll. Die Bauarbeiten sollen rund eineinhalb Jahre dauern.

mehr lesen
Stadtentwässerungen rüsten sich gegen Trockenheit und Fachkräftemangel
Stadtentwässerungen rüsten sich gegen Trockenheit und Fachkräftemangel

Trockene Sommer und ein wachsender Fachkräftemangel setzen kommunale Abwasserbetriebe unter Druck. Das Institut für Unterirdische Infrastruktur (IKT) hat mit 2 Initiativen im Rahmen des KomNetABWASSER reagiert: einem Strategiedialog zu Trockenheit und Hitze sowie einer neuen berufsbegleitenden Studienreihe für Fachkräfte in der Stadtentwässerung. Beide Angebote richten sich an kommunale Betriebe, die sich auf veränderte Bedingungen einstellen müssen.

mehr lesen

Publikationen zum Thema