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Inbetriebnahme der Großwärmepumpe in Mannheim zeigt Einsatzmöglichkeiten in der Praxis

Im Rahmen des mehrjährigen, durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts „Reallabor GWP“ erforschen Energieversorger und wissenschaftliche Institute aus ganz Deutschland die Potentiale und Anwendungsbedingungen von Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen. Es handelt sich dabei um das bislang größte Verbundforschungsvorhaben des Fernwärme-Spitzenverbandes AGFW. Die Inbetriebnahme der neuen 20 Megawatt-Flusswärmepumpe der MVV Energie AG auf dem Gelände der Grosskraftwerk Mannheim […]

von | 12.10.23

V.l.n.r.: Dr. Andrej Jentsch, AGFW-Projektleiter des Reallabors GWP, AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch, Christian Maaß, Leiter der Abteilung II für Wärme, Wasserstoff und Effizienz im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie Dr. Heiko Huther, AGFW-Bereichsleiter Forschung und Entwicklung
Bildquelle: AGFW

Im Rahmen des mehrjährigen, durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts „Reallabor GWP“ erforschen Energieversorger und wissenschaftliche Institute aus ganz Deutschland die Potentiale und Anwendungsbedingungen von Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen. Es handelt sich dabei um das bislang größte Verbundforschungsvorhaben des Fernwärme-Spitzenverbandes AGFW. Die Inbetriebnahme der neuen 20 Megawatt-Flusswärmepumpe der MVV Energie AG auf dem Gelände der Grosskraftwerk Mannheim AG bildet einen wichtigen Meilenstein im Projektverlauf.

Transformation und Ausbau der Wärmenetze benötigen geeignete Förderkonditionen

Dazu AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch: „Mit dem Forschungsprojekt wollen wir Erfahrungen sammeln, wie Großwärmepumpen in Wärmenetzen eingesetzt werden können. Auf dem Weg zu einer grünen, klimaneutralen Fernwärme bilden Technologien dieser Art eine wichtige Grundlage. Zusammen mit anderen Energiequellen wie Biomasse, Solarthermie, Abwärme oder Tiefengeothermie sorgen Flusswärmepumpen künftig dafür, dass ein immer größerer Anteil der Fernwärme aus klimaneutralen Quellen stammt.“ Damit die Unternehmen die Transformation und den Ausbau ihrer Wärmenetze weiter erfolgreich vorantreiben könnten, seien passende Förderkonditionen nötig, so der AGFW-Geschäftsführer.

„Im Rahmen des Fernwärme-Gipfels und zuletzt während der Beratungen zum Wärmeplanungsgesetz haben wir immer wieder die Notwendigkeit unterstrichen, die Bundesförderung effiziente Wärmenetze mit ausreichend Mitteln auszustatten und sie gesetzlich zu verankern. Für das Gelingen der Wärmewende in Deutschland ist es essenziell, dass die BEW über Mittel in Höhe von mindestens 3 Mrd. Euro jährlich verfügt. Bleibt es beim bislang angekündigten Budget, werden die Fördermittel bereits in einem Jahr ausgeschöpft sein“, so Werner Lutsch.

Fernwärme und Wärmepumpen kein Widerspruch mehr

Das aktuelle Forschungsprojekt ist auch deshalb von besonderer Relevanz, weil es den scheinbaren Widerspruch zwischen Wärmepumpen und Fernwärme als Versorgungsoption auflöse, erklärt Dr. Heiko Huther, AGFW-Bereichsleiter Forschung & Entwicklung. „Wärmepumpen in dieser Größenordnung können sehr wohl für Wärmenetze genutzt werden. Wir öffnen mit dem Forschungsprojekt den Diskurs und tragen zu einer technologieoffenen Herangehensweise bei“, so Dr. Huther. Es sei außerordentlich wichtig, sämtliche technologischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Dekarbonisierung der Wärmenetze voranzutreiben. Hierbei leiste der Verband konkrete Unterstützung für die Unternehmen in der Praxis. „Mit den Erkenntnissen aus dem Reallabor können wir die Einsatzmöglichkeiten von Großwärmepumpen auch an anderen Standorten in Deutschland verbessern und so dazu beitragen, dass noch weitere Unternehmen diese Technologie einsetzen.“

Auch nach der Inbetriebnahme gehen die Forschungen in Mannheim weiter. „Wir können nun im Rahmen des regulären Betriebs weitere Daten sammeln, die uns helfen, die Technologie und Fahrweisen zu verfeinern, so Dr. Huther. Er dankte in diesem Zusammenhang den Projektpartnern von MVV und GKM, mit denen der Verband weiter in engem Austausch stehe. „Die Innovationskraft der Unternehmen vor Ort ist der entscheidende Faktor bei der Dekarbonisierung unserer Wärmeversorgung. Wir werden uns deshalb auch weiter dafür einsetzen, dass sie die bestmöglichen Rahmenbedingungen erhalten, um ihre Transformationspfade schnell und erfolgreich fortzusetzen.“

Projektpartner aus ganz Deutschland forschen im Reallabor Großwärmepumpen

2019 zählte das Konsortium zu den Gewinnern des von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ausgelobten Ideenwettbewerbs „Reallabore der Energiewende“. Diese bringen Innovationen in der Praxis unter realen Bedingungen zum Einsatz, um Erfahrungen zu sammeln und die Erkenntnisse für die erfolgreiche Transformation des gesamten deutschen Energiesystems anzuwenden. Koordiniert durch den AGFW, untersuchen die Partner im Rahmen des Reallabors GWP, wie Großwärmepumpen an Kraftwerksstandorten verschiedener Ausprägung betrieben werden können und was bei der Einspeisung in das Fernwärmenetz zu beachten ist.

Partner des Konsortiums sind die Versorgungsunternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Fernheizwerk Neukölln AG, MVV Energie AG, Stadtwerke Rosenheim GmbH & Co. KG, Vattenfall Wärme Berlin AG sowie die beiden Forschungsinstitute IER Universität Stuttgart und Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE.

(Quelle: AGFW)

 

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