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Während die beiden speziellen Watt-Bagger die schadhafte Stelle der Trinkwasserleitung freilegen, liegt das neue blaue Rohr bereits bereit
Bild: Sonia Voigt/OOWV

OOWV repariert Trinkwasserleitung vor Wangerooge

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Autor: Kathrin Mundt

Nur wenige Stunden legt die Ebbe den Meeresboden frei, aber der Bautrupp hat das knappe Zeitfenster effizient genutzt: Ein Ende Februar festgestellter Defekt in der Trinkwasserleitung zwischen der Insel Wangerooge und dem Festland ist seit dem 18. März repariert. Nun kann der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) das frische Trinkwasser wieder durch drei parallel verlaufende Leitungen zur Nordseeinsel fließen lassen. Damit gelang die Reparatur rechtzeitig vor dem Beginn der Osterferien, wenn zusätzlich zu den rund 1.200 Insulanern zahlreiche Feriengäste versorgt werden müssen. Insgesamt sind es etwa 190.000 Kubikmeter Wasser im Jahr, die aus den OOWV-Wasserwerken Harlingerland und Sandelermöns nach Wangerooge strömen.

Helge Lübben, Leiter der OOWV-Betriebsstelle Schortens, zeigt die defekte Muffe, durch die Trinkwasser austrat

Wenn der Bagger per Schiff kommt

Besondere Umsicht war wegen der Lage des Leitungsschadens in den Salzwiesen gefragt, ein für Tiere und Pflanzen besonders wertvoller Lebensraum im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Um dieses schützenswerte Gebiet zu schonen, reisten die zwei für die Reparatur benötigten Bagger über die Nordsee an, auf einem Arbeitsboot der Reederei Warrings GmbH. Dieses war schon in den frühen Morgenstunden in Harlesiel ausgelaufen. Rund drei Stunden später ließ es sich nahe der Schadensstelle trockenfallen und die speziellen Bagger der Firma Jeschke GmbH rollten auf das Watt. Sehr breite Kettenlaufwerke sorgten dafür, dass der Boden nicht zu stark verdichtet wurde.

Sobald die aus dem Jahr 1962 stammende Versorgungsleitung per Bagger und Spaten freigelegt war, begannen die Fachkräfte des Bauunternehmens Ludwig Freytag, das defekte Rohrstück herauszutrennen. Wenig später hatten sie die Versorgungsleitung mit zwei Muffen und einem Stück neuem Rohr auch schon wieder verbunden. Die neuen Rohre hatte die Inselspedition zuvor bereits auf dem Deich bereitgelegt. OOWV-Mitarbeiter trugen sie von dort zu Fuß zur Baustelle, um Tier- und Pflanzenwelt möglichst wenig zu stören. Nach nicht einmal drei Stunden hieß es „Wasser marsch“ – und der ungewöhnliche Einsatz in Watt und Salzwiesen war für das knappe Dutzend Helfer erfolgreich beendet. Schon beim Spülen zeigte sich, dass die reparierte Leitung hält. Proben stellen nun sicher, dass die Wasserqualität stimmt, bevor die Verbindung zum Trinkwassernetz wiederhergestellt wird.

Mit Watthosen ausgestattet arbeitet sich der spezialisierte Bautrupp durch den Schlick, um das neue Leitungsstück einzupassen. Alle Bilder: Sonia Voigt/OOWV

Die 7,5 km lange Festlandleitung und das Wasserwerk Wangerooge, dessen Trinkwasserbrunnen nur noch als Plan B für den Notfall bereitstehen, werden seit einigen Jahren vom Festland aus technisch betreut. „Das läuft reibungslos und wenn mal etwas ist, so wie jetzt, sind wir per Flugzeug und Inselshuttle schnell da“, beobachtet der Leiter der zuständigen OOWV-Betriebsstelle Schortens Helge Lübben. Auch der aktuelle Defekt sei in der digitalen Überwachung durch einen gemessenen Druckabfall direkt bemerkt worden, berichtet Kai Selke, Anlagenkoordinator für Wangerooge. Die betroffene 125er Leitung konnte vom Netz genommen werden – ohne spürbare Folgen für die Wasserversorgung auf der Insel. Denn eine weitere, auch von 1962 datierende und ebenfalls 125 mm starke Rohrleitung sowie die neuere, größere 200er-Trinkwasserleitung übernahmen die Aufgabe des Wassertransports.

Insgesamt sind es vier Ostfriesische Inseln, auf denen der OOWV für die Trinkwasserversorgung zuständig ist. Auf Langeoog und Spiekeroog sind Wasserwerke in Betrieb, die die jeweilige Süßwasserlinse als Ressource nutzen. Diese Vorkommen reichen auf Baltrum und Wangerooge nicht aus, daher werden beide Inseln mit Leitungen vom Festland aus versorgt. Im Meeresboden sind diese Festlandleitungen durch Verschiebungen im Untergrund, auch infolge von Gezeiten und Stürmen, hohen Belastungen ausgesetzt. Trotz dieser Beanspruchung liegt der letzte Defekt vergleichbarer Größenordnung an einer Festlandleitung im OOWV-Gebiet gut drei Jahre zurück: Damals befand sich die Schadstelle allerdings mitten in der Nordsee zwischen Wangerooge und dem Festland und war so groß, dass über 300 m Leitung ausgetauscht werden mussten. „Es musste von einem Schwimmponton aus und per Horizontalbohrung gearbeitet werden“, denkt Betriebsstellenleiter Helge Lübben zurück. Nach einem Herbststurm im Jahr 2016 waren sogar zwei der drei Leitungen auf einen Schlag defekt und mussten ausgebessert werden.

(Quelle: OOWV)

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