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Neue Information zur grabenlosen Rehabilitation von Druckrohrleitungen

Der Bereich der grabenlosen Rohrsanierung wächst beständig – sowohl was die Nachfrage als auch das Angebot an unterschiedlichen Techniken betrifft. Um neuen Kunden und potentiellen Anwendern eine erste Handreichung zu geben, hat die German Society for Trenchless Technology (GSTT) eine neue Information zum Thema herausgegeben.

von | 10.01.20

Primus Line im Einsatz: Mit dem System Primus Line lassen sich Druckrohrleitungen grabenlos rehabilitieren

Die GSTT Information Nummer 20-1 „Rehabilitation von Druckrohrleitungen“ soll ein wertfreies Informationsblatt für Bauherren, Betreiber, Planungsunternehmen und auch für Brancheneinsteiger wie Jungingenieure darstellen. Dafür war bisher die im November 2006 veröffentlichte Information 20 aufgelegt worden. Zahlreiche neue Entwicklungen auf dem Markt machten aber eine detaillierte Neuauflage nötig. Über einen Zeitraum von fast drei Jahren überarbeitete deshalb die Arbeitsgruppe in mehreren Treffen die GSTT Information Nr. 20 zur Nr. 20-1. Eine zweite Arbeitsgruppe erarbeitete im selben Zeitraum die GSTT Information 20-2 mit dem Thema „Grundlagen für die statische Berechnung von Schlauchlinern für die Sanierung von Druckrohren“.
Die Information Nr. 20-1 liefert nicht nur einen Überblick über die verschiedenen Verfahren zur grabenlosen Rehabilitation von Druckrohrleitungen. Sie informiert auch über die unterschiedlichen Schadensbilder und Schadensursachen der Bestandsleitungen. Ergänzend zu detaillierten Verfahrensbeschreibungen werden für die Verfahren gültige Normen und Regelwerke genannt. Eine Auswahlmatrix ermöglicht eine einfache Wahl des geeigneten Verfahrens.
Neben Verfahren wie der Zementmörtelauskleidung, Close-Fit-Verfahren und Berstverfahren bilden Schlauchlining-Verfahren das größte Kapitel in der GSTT Information Nr. 20-1. Das System Primus Line ist dabei unter dem Punkt „Lining mit eingezogenen Schläuchen“ einzuordnen – um die Neutralität der Information zu wahren, werden keine Markennamen genannt.
Zur Überarbeitung traf sich die Arbeitsgruppe zu rund zehn Besprechungen bei den verschiedenen Mitgliedern. Zusätzlich investierte Robert Goletz etwa 80 Arbeitsstunden in das Schreiben und Korrigieren der Texte. „Im Gremium war die Zusammenarbeit sehr konstruktiv“, beschreibt Robert Goletz, Technischer Leiter der Rädlinger primus line GmbH, der an der Arbeitsgruppe beteiligt war, die Arbeit. Die Information 20-1 wurde auch ins Englische übersetzt und liegt weltweit auf Messen aus, um über die grabenlose Rehabilitation von Druckrohrleitungen zu informieren.
Primus Line® ist eine grabenlose Technik zur Sanierung von Druckleitungen. Basis des Verfahrens bilden ein flexibler Druckschlauch und die eigens für das System entwickelte Verbindungstechnik. Aufgrund seines mehrschichtigen Aufbaus und seiner sehr geringen Wandstärke bietet der Inliner ein hohes Maß an Flexibilität und zugleich extrem hohe Materialfestigkeit. Die innere Schicht wird medienspezifisch an das Einsatzgebiet der Leitung – Wasser, Gas oder Öl – angepasst und die äußere Schicht aus verschleißfestem PE schützt vor Abrieb. Die mittlere Schicht aus nahtlosem Aramidgewebe hat eine statisch tragende Funktion und ist sowohl auf den jeweiligen Betriebsdruck als auch auf die – während der Installation – wirkenden Kräfte beim Einzug ausgelegt. Die flexible Bauart ermöglicht das Durchfahren von Bögen bis zu 45°. Einzelbauabschnitte sind bis 2.500 m möglich. Besonders bei der Sanierung von Leitungen in schwer zugänglichen Gebieten – durch Bebauung und Infrastruktur im innerstädtischen Bereich oder in schützenswerten Natur- und Landschaftsräumen – überzeugen diese Eigenschaften des Systems durch lange Sanierungsabschnitte und somit geringe Eingriffe in die Umgebung und Beeinträchtigungen der Infrastruktur.
Primus Line® liegt selbsttragend und frei im Ringraum des Altrohres und wird nicht mit diesem verklebt. Das hat nicht nur hinsichtlich des Einbaus Vorteile, sondern eröffnet eine weitere Einsatzmöglichkeit in Form einer freien Verlegung als Bypass, z. B. zur Notversorgung.

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